Lokalsport: HSG Wesel steht weiter unter Zugzwang

Lokalsport : HSG Wesel steht weiter unter Zugzwang

Der Vorletzte der Handball-Oberliga hat mit dem Sieg gegen Lintorf ein Signal im Abstiegskampf gesendet. Jetzt will die HSG am Sonntag im Heimspiel gegen den TV Angermund nachlegen, zumal es zwei statt drei Absteiger geben könnte.

Ob gegen Oppum, Aldekerk, Remscheid oder Neukirchen - die engen Partien hat der Handball-Oberligist HSG Wesel in dieser Saison fast ausnahmslos abgegeben. Im Nachholspiel gegen den TuS Lintorf bewies die Mannschaft von Trainer Sven Esser am vergangenen Sonntag schließlich die besseren Nerven. Und hatte auch "ein bisschen Glück", wie der Übungsleiter mit ein paar Tagen Abstand zum Geschehen eingestand. So spannend hätte es aus Sicht des Gastgebers, der ungemein dominant startete, niemals mehr werden dürfen.

Aber am Ende zählte beim 26:25 trotzdem nur der zweite Saisonsieg und damit das lang ersehnte Lebenszeichen im Abstiegskampf. "Wir haben ein Signal gesendet, dass wir noch nicht tot sind", sagt Esser, dessen Team die Rote Laterne an den TuS Lintorf übergab. Die Intensivstation hat der Patient HSG damit noch längst nicht verlassen. Ein Sieg im Heimspiel gegen den TV Angermund (Sonntag, 16 Uhr, Halle Nord) soll die Genesungschancen aber weiter verbessern.

Dass es am Ende der Spielzeit zwei Absteiger geben wird, ist sicher. Der Weseler Übungsleiter geht allerdings aufgrund der momentanen Situation in den oberen Ligen davon aus, dass es schlussendlich sogar drei Teams erwischt. Auf den Drittletzten TSV Aufderhöhe hat seine Mannschaft aktuell fünf Zähler Rückstand.

Das Punktekonto sollte die HSG (bisher fünf) in den verbleibenden 15 Begegnungen also noch ordentlich aufpolieren. Ein Erfolg zu Hause gegen den Tabellenachten Angermund ist da fast schon Pflicht. Sven Esser hält den Gast, der in der vergangenen Saison überraschend Vizemeister wurde, allerdings für keine leichte Hürde. "Angermund hatte wie wir ziemlich viele Verletzte. Die trudeln da aber alle allmählich wieder ein", sagt der HSG-Coach.

Klar ist für ihn: Mit einer Leistung, wie sie die Weseler in den letzten 40 Minuten der Lintorf-Partie zeigten, ist gegen den TV Angermund nichts drin. Im Umkehrschluss heißt das aber auch: Wenn es die Weseler schaffen, die am Sonntag so gelungene Anfangsphase zu wiederholen und diese Leistung dann auch über einen deutlich längeren Zeitraum zu zeigen, ist gegen Angermund auf jeden Fall etwas drin.

Hoffnung macht dabei auch der gelungene Auftritt von Fabian Gorris, der im alten Jahr angeschlagen nicht wirklich in die Gänge gekommen war. Gorris fand gegen Lintorf wieder zu alter Stärke und hatte mit seinen 13 Treffern gehörigen Anteil am Erfolg. "Wir haben nach den Abgängen im Sommer einfach nicht mehr so viele Führungsspieler. Fabian kann die Mannschaft aber mitziehen", sagt Esser, der um die Bedeutung seines Leistungsträgers auf Halblinks weiß. Ankommen dürfte es auch wieder auf Torhüter Adrian Schnier, der am vergangenen Sonntag in engen Phasen zur Stelle war und so die nötige Sicherheit gab.

(RP)
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