Lokalsport: HSG Wesel kann ohne Druck antreten

Lokalsport : HSG Wesel kann ohne Druck antreten

Handball: Der abstiegsbedrohte Oberligist spielt am Sonntag beim Spitzenreiter MTV Dinslaken. Siegchancen rechnet sich Coach Sven Esser diesmal nicht aus, obwohl in der letzten Saison beide Partien gegen den MTV gewonnen wurden.

Es klingt ein wenig paradox, aber die Aussagen von Sven Esser ergeben durchaus einen Sinn. "Unfassbar schwer" sei die Herausforderung für sein Team, aber gleichzeitig auch "die leichteste Aufgabe der Saison." Wie das zusammenpasst? Nun ja, beim souveränen Tabellenführer der Handball-Oberliga, dem MTV Rheinwacht Dinslaken, steht die abstiegsbedrohte HSG Wesel unzweifelhaft vor einer ganz hohen Hürde. Beim Nachbarschaftsduell am Sonntag, 11.15 Uhr, in der Dinslakener Douvermannhalle handelt es sich aber genau um die Partie, die der Vorletzte nicht siegreich bestreiten muss. Die Weseler können diesmal befreit und ohne großen Druck aufspielen.

"In Dinslaken muss man wirklich nicht gewinnen. Alles andere als eine Niederlage wäre eine Sensation. Aber wir wollen auf jeden Fall eine ordentliche Leistung zeigen, um daraus noch einmal zusätzliche Energie für die Rückrunde zu ziehen", sagt HSG-Coach Esser. Dass seine Mannschaft den MTV in der vergangenen Saison gleich zweimal bezwingen konnte und gerade auswärts dominierte, ist für ihn aus heutiger Sicht absolut kein Vorteil mehr: "Der Gegner wird auch noch ein wenig auf Wiedergutmachung aus sein."

Vom Spitzenreiter der Oberliga hat der Weseler Übungsleiter, der seinen Posten im Sommer an Jan Mittelsdorf, den aktuellen Trainer der Rheinwacht-Reserve, übergibt, eine hohe Meinung: "Die Dinslakener spielen eine überragende Saison und sind vorne sehr flexibel", sagt Esser. Das absolute Prunkstück des MTV ist in der laufenden Spielzeit allerdings die Deckung, die durch die Verpflichtung von Kreisläufer Dennis Backhaus, der vom Drittligisten aus Korschenbroich kam, noch einmal deutlich an Qualität gewann.

Die Abwehr, die in der Vorsaison die große Stärke der HSG war, präsentiert sich jetzt aber eher inkonstant. Auch bei der 29:36-Niederlage am vergangenen Sonntag gegen den TV Angermund stimmte es hinten nur selten, dafür zeigte die Mannschaft über weite Phasen im Angriff eine aufsteigende Form. "Man darf auch nicht alles schlecht reden. Vorne haben wir das gerade in der ersten Halbzeit schon sehr ordentlich gemacht", sagt Sven Esser, der hofft, dass seine Spieler es in Zukunft schaffen, häufiger in beiden Mannschaftsteilen zu überzeugen.

Es wird auch langsam Zeit. Die Partie in Dinslaken schließt die Hinrunde ab. Danach verbleiben den Weselern noch 13 Partien, um den Klassenerhalt zu realisieren. Ganz sicher keine unmögliche Aufgabe, aber es müssen auf jeden Fall deutlich mehr Siege her als in der Hinrunde. In Dinslaken Beim Spitzenreiter könnte vielleicht schon der lange verletzte Kreisläufer Michael Abbing wieder mit anpacken. Er war am vergangenen Dienstag erstmals wieder beim Training dabei. Heute will Abbing, dessen Fuß zuletzt immer wieder angeschwollen ist, seine Einsatzbereitschaft noch einmal testen. Dagegen wird HSG-Trainer Sven Esser auf zwei Akteure verzichten müssen. Christoph Heffels und Jörn Hauenstein sind noch im Urlaub und fallen auch am Sonntag aus.

(RP)
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