HSG Wesel feiert 28:27-Erfolg gegen Turnerschaft Lürrip

Handball : HSG Wesel siegt nach einer furiosen Schlussphase

In den letzten zwei Minuten macht der Verbandsligist gegen die Turnerschaft Lürrip aus einem 25:27-Rückstand einen 28:27-Erfolg.

Das war nichts für schwache Nerven: Erst in allerletzter Sekunde gelang Handball-Verbandsligist HSG Wesel gegen die Turnerschaft Lürrip der zweite Saisonsieg. Dank eines Tores von Justin Rotte mit der Schlusssirene bezwang das Team von Trainer Jan Mittelsdorf den Neuling mit 28:27 (12:13), verbesserte sich auf einen Mittelfeldplatz und kann der nun folgenden vierwöchigen Pause entspannt entgegensehen. „Der Sieg war am Ende glücklich, wenn auch nicht unverdient”, sagte der HSG-Coach und fügte hinzu: „Die Erleichterung ist sowohl bei mir als auch beim gesamten Team spürbar. Das war ein Sieg für die Seele.”

Wie sehr die HSG diesen Erfolg wollte, war von Beginn an zu spüren. Nach nicht einmal drei Minuten führte der Gastgeber bereits mit 3:0. Diesen Vorsprung verteidigten die Schützlinge von Mittelsdorf bis Mitte der ersten Halbzeit, als es 9:6 stand. „Wir haben furios begonnen, in der Folgezeit dann aber den Faden verloren”, so der HSG-Coach. Vier Gegentore in Serie führten dazu, dass die HSG plötzlich mit 9:10 (22.) hinten lag und diesen Rückstand bis zur Pause nicht mehr wettmachen konnte. Beim Stand von 12:13 wurden die Seiten gewechselt. „In der Phase haben wir uns von der Tempoverschleppung des Gegners einlullen lassen”, sagte Mittelsdorf.

Nach dem Wechsel blieb die HSG Wesel aber an Lürrip dran, führte zwischenzeitlich auch mal mit einem Tor, konnte sich allerdings nicht mehr weiter absetzen. „Wir hatten massive Probleme mit dem gegnerischen Kreisläufer, den wir nie richtig in den Griff bekommen haben”, so der Weseler Trainer. Als Lürrip zwei Minuten vor dem Ende noch immer mit zwei Toren in Führung lag (25:27), deutete vieles darauf hin, dass die HSG komplett leer ausgehen würde. Doch Niklas Borowski 112 Sekunden vor dem Ende, Philipp Müngersdorf 75 Sekunden vor Schluss und eben Justin Rotte unmittelbar vor der Schlusssirene sorgten für den viel umjubelten Erfolg des Gastgebers.

„Dass wir dieses Match noch gedreht haben, ist fast unglaublich”, freute sich der HSG-Trainer über den unerwarteten Coup. „Wir haben in der Auszeit 15 Sekunden vor dem Ende besprochen, was wir machen wollen. Dass es tatsächlich funktioniert hat, ist ein wunderschöner Wahnsinn.“

HSG Wesel: Hillig, Hünting – Müngersdorf (9/1), Borowski (6), Vengels, Brinkmann (2), Nicolai, Rotte (6), Daniel Weber (3/1), Popovic, Hermann (2), Rippin, Jacobi.