Lokalsport: HSG ist auf der Suche nach Konstanz

Lokalsport : HSG ist auf der Suche nach Konstanz

Handball: Die HSG Wesel hat sich in der Oberliga immer noch nicht zurechtgefunden. Ein Grund dafür ist die personelle Neuausrichtung. Trainer Sven Esser glaubt aber daran, dass seine Mannschaft den Klassenerhalt schaffen kann.

Die HSG Wesel liegt noch oberhalb der roten Linie, mit einem Punkt knapp drüber. Allerdings weist der Tabellenvorletzte SV Neukirchen auch ein Spiel weniger auf. Es läuft einfach nicht beim Weseler Handball-Oberligisten. "Wir sind nicht so eingespielt, wie ich mir das für Mitte November vorgestellt hatte", räumt der zum Saisonende aus eigenen Stücken scheidende Trainer Sven Esser ein. Sein Team steckt mit mageren drei Zählern aus sieben Partien mitten im Abstiegskampf. Dass dieser letztlich zu einem Happy End führt, da ist sich der 40-Jährige sicher. Er sei davon "1000-prozentig überzeugt".

Es war schon ein umfangreicher Umbruch, den die HSG Wesel vor der Saison hatte hinnehmen müssen. "Wir haben da sehr viel Erfahrung verloren", sagt der Coach. Björn Fehlemann, Michael Steffens, Fyn Walla und Tobias Hermann hörten auf, Nico Möhle wechselte nach Friedrichsfeld. Hinzugekommen sind mit Mirco Schwarz, Michael Abbing und Nedim Pobric jüngere Akteure. "Und die müssen aus ihren Fehlern noch lernen", erklärt der Übungsleiter.

Zudem habe die Mannschaft aufgrund der Abgänge ihr System umstellen müssen. Ein Spielertyp wie Björn Fehlemann, der aus dem halbrechten Rückraum mal für die ganz einfachen Tore sorgen konnte, ist nicht mehr vorhanden. Die eigenen Treffer müssen sich die Weseler nun wesentlich härter erarbeiten, als noch in der vergangenen Spielzeit. Damals hatte es nach einer Auftaktklatsche gegen Angermund (16:29) auch so eine Art Initialzündung mit dem Derbyerfolg beim MTV Dinslaken (25:17) gegeben. Etwas Ähnliches blieb diesmal aus.

Auch der bisher einzige Sieg, das 26:24 gegen den TSV Aufderhöhe, diente nicht als Wendepunkt zum Besseren. Wenn Sven Esser an gute Leistungen im bisherigen Saisonverlauf zurückdenkt, dann fällt ihm diese Partie aus gutem Grund nicht ein. Die Auftritte gegen Mettmann-Sport (30:30) und bei der HG LTG/HTV Remscheid (25:26) haben ihm hingegen gefallen. Doch die Punkteausbeute blieb auch da höchst überschaubar.

Demgegenüber stehen Vorstellungen, die der Weseler Coach nicht als oberliga-tauglich betrachtet - beispielsweise das 23:35 bei Unitas Haan. "Das war fürchterlich. Letzten Sonntag gegen Mönchengladbach haben wir in den ersten 15 Minuten da nahtlos weitergemacht", so Sven Esser.

Seine Mannschaft schaffe es derzeit nicht, 60 Minuten auf einem guten Level zu agieren. Konstanz ist dem Tabellendrittletzten komplett abhanden gekommen, viele technische und einfache Fehler prägen derzeit die Spielweise des letztjährigen Aufsteigers.

Aus diesem Tief müsse sich sein Team nun herauskämpfen, verlangt Sven Esser. "Wir haben genug Qualität im Kader. Allerdings müssen wir fast immer an die Leistungsgrenze gehen, um in dieser ausgeglichenen Liga etwas zu holen", sagt der 40-Jährige. "Wir müssen uns steigern, und das können wir auch."

Allerdings sollten die Weseler damit zeitnah beginnen. Denn die verbleibenden vier Auftritte bis zum sportlichen Jahresende haben es in sich. Mit TuS Lintfort und SV Neukirchen warten die zwei Teams auf die HSG, die noch hinter den Weselern platziert sind.

Diese Kellerduelle stehen nach der rund dreiwöchigen Pause zwischen dem 19. November und 10. Dezember an. Davor gibt es die Gastspiele in Überruhr und Wuppertal, also bei zwei Kontrahenten, die drei Zähler mehr als die HSG aufweisen.

"Es wird Zeit, in den nächsten Spielen etwas mitzunehmen", sagt Esser. Sonst droht die HSG, den Anschluss ans Mittelfeld zu verlieren. Außerdem ist der drittletzte Platz keine Garantie für ein weiteres Jahr Oberliga. "Ob der Rang wirklich reicht, das hängt letztlich davon ab, was aus den oberen Klassen runterkommt", so Esser.

(RP)
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