Lokalsport: HSG gelingt nur Schadensbegrenzung

Lokalsport : HSG gelingt nur Schadensbegrenzung

Handball-Oberligist HSG Wesel verliert die Heimpartie gegen die HG Remscheid nach einer erschreckend schwachen Leistung in der ersten Halbzeit mit 19:27. Der Vorletzte offenbart dabei erneut große Defizite im Angriffsspiel.

Bei der Eiseskälte haben es die Besucher beim Handball an diesen Tagen eigentlich gut - sollte man meinen. Die rund 150 Zuschauer in der Sporthalle am Schulzentrum Nord hatten beim Oberliga-Spiel der HSG Wesel gegen die HG Remscheid allerdings ein schlechtes Los gezogen.

Nach einer unterirdischen ersten Halbzeit konnten die Weseler im zweiten Durchgang nur noch Ergebniskosmetik betreiben und gingen beim 19:27 (6:16) als verdienter Verlierer vom Feld. Die Lage im Abstiegskampf hat sich für den Vorletzten damit weiter verschlechtert. Jetzt trennen die HSG (7:27-Punkte) bereits fünf Zähler vom elften Rang, der nach derzeitigem Stand der Dinge die Rettung bedeutet.

Schmerzlich vermisst wurde in der Begegnung Rückraumspieler Fabian Gorris. Der Kapitän und mit Abstand erfolgreichste Werfer des Oberligisten laboriert an einer Knieverletzung. Er saß auf der Bank, wurde gegen den Tabellenzweiten aber geschont, weil die Chancen auf einen Erfolg auch in Bestbesetzung nur sehr gering gewesen wären.

Wenn Gorris nicht dabei ist, wird es schwer für die HSG. Aber es sollte nicht der einzige Ausfall bleiben. Neben Niklas Weghaus, der wegen seines Trainingsrückstands ebenfalls fehlte, übernimmt sonst Cedric Schnier viel Verantwortung bei der HSG. Doch Schnier schied schon Mitte der ersten Halbzeit beim Stand von 4:9 mit einer Gehirnerschütterung aus. So musste Mirco Schwarz, eigentlich auf der linken Außenbahn zu Hause, die Regie auf der Mittelposition im Rückraum übernehmen. Schwarz war bemüht, leistete sich aber einige technische Patzer. Doch nicht nur er hatte keinen guten Tag. Der gesamten Mannschaft der HSG unterliefen zu viele leichte Fehler gegen die offensive Deckung der Remscheider. Sie lud den Gast so immer wieder zu einfachen Toren durch Tempogegenstöße ein.

Neun Minuten vor der Pause war HSG-Coach Sven Esser gezwungen, die Grüne Karte zu ziehen und eine Auszeit zu nehmen. Seine Mannschaft steigerte sich auch anschließend nicht und lag schon zur Pause mit zehn Toren hinten. Im zweiten Durchgang drohte eine böse Niederlage. Die Gäste aus Remscheid erhöhten das Tempo und bauten den Vorsprung aus. Zudem vereitelte Tobias Geske im Remscheider Tor etliche Chancen der Weseler und leitete mit guten Pässen immer wieder die Gegenstöße seines Teams ein. Eine Viertelstunde vor dem Ende lag die HSG Wesel mit 9:23 im Hintertreffen. Die Gäste wechselten nun munter durch und investierten nicht mehr viel in die Partie. Die HSG witterte die Chance, zumindest das Ergebnis im Rahmen zu halten und kämpfte trotz der dünnen Personaldecke bis zum Ende.

Aus der zweiten Mannschaft war Björn Fehlemann, der sich vor der Saison aus dem Oberliga-Team zurückgezogen hatte, zum Kader gestoßen und entlastete in der zweiten Halbzeit Dominik Weber im Rückraum. HSG-Trainer Sven Esser war mit der kämpferischen Einstellung in der zweiten Halbzeit zufrieden - mehr aber auch nicht: "Die erste Halbzeit war eine Katastrophe. Wir haben die Remscheider im Positionsangriff eigentlich gut im Griff gehabt. Aber vorne leisten wir uns zu viele einfache Fehler und kassieren dann Tempogegenstöße."

HSG Wesel: A. Schnier, Hünting - Heffels, Abbing, Borowski (5), , Müngersdorf (3), Pobric, Da. Weber (5/2), Do. Weber (4), Fehlemann, C. Schnier, Rühl, Schwarz (2).

(RP)
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