Lokalsport: HSG bleibt trotz der Abgänge optimistisch

Lokalsport : HSG bleibt trotz der Abgänge optimistisch

Handball: Oberligist HSG Wesel verliert weitere Akteure. Teammanager Christian Weber glaubt aber, dass der Club einen vernünftigen Neuaufbau hinbekommt. Fabian Gorris soll eine tragende Rolle spielen. Fraglich ist indes noch, ob er bleibt.

Des einen Freud ist bekanntlich des anderen Leid. Während sich Handball-Verbandsligist TV Jahn Hiesfeld am Montag diebisch über die Verpflichtung von Adrian Schnier, Cedric Schnier und Mirco Schwarz freute, sorgt dies beim stark abstiegsgefährdeten Oberligisten HSG Wesel naturgemäß für wenig Begeisterung. In Michael Abbing, der nach langer Verletzungspause am Sonntag bei der 34:37-Niederlage beim Spitzenreiter MTV Rheinwacht Dinslaken erstmals wieder auf dem Feld stand, steht ein weiterer Abgang bei der HSG bereits fest. Der Kreisläufer will den Aufwand wieder reduzieren und kehrt zu seinem Stammverein TSV Bocholt zurück. Christian Weber, Teammanager des Oberligisten, bleibt trotz der Verluste aber positiv gestimmt. "Daran geht die HSG Wesel nicht zugrunde. Unser Grundgerüst steht. Wir werden einen vernünftigen Neuaufbau hinbekommen", sagt Weber.

Es gibt allerdings noch weitere personelle Fragezeichen. Niklas Weghaus überlegt aktuell, für ein Jahr ins Ausland zu gehen und mit dem Handball zu pausieren. Und Fabian Gorris wird aktuell wieder einmal vom Oberliga-Spitzenreiter MTV Rheinwacht, für den er schon in der Jugend aufgelaufen ist, umworben. Die Entscheidung des Rückraumspielers, der am Sonntag in Dinslaken 14 Treffer erzielte, steht noch aus. Weber hofft inständig, dass er bleibt: "Fabian Gorris soll in unserem Konzept eine tragende Rolle einnehmen."

Momentan steht der Teammanager im regen Austausch mit Jan Mittelsdorf, der im Sommer das Traineramt bei der HSG von Sven Esser übernehmen soll. Beide hoffen darauf, in den nächsten Wochen einige Neuzugänge präsentieren zu können. "Bei unseren Planungen spielt dabei überhaupt keine Rolle, ob wir in der nächsten Saison noch in der Oberliga spielen oder in der Verbandsliga antreten", sagt Weber.

Das Anforderungsprofil ist klar umrissen: Die HSG Wesel sucht junge, talentierte Spieler mit Entwicklungspotenzial aus unteren Ligen, die in die Mannschaft passen. "Wir wollen den Teamgeist neu entfachen", sagt Christian Weber. Gestandene Einzelkönner mit viel Geld anzulocken, das kommt für ihn nicht infrage.

Nach dem Weggang von Adrian Schnier benötigt die HSG auf jeden Fall noch einen zweiten Torhüter neben Marius Hünting. Auch für die Mitte und den halblinken Rückraum sind die Weseler auf der Suche. Ein Abschied von Gorris würde die Not auf diesen Positionen noch vergrößern.

Und dann arbeitet der Teammanager momentan auch noch intensiv daran, seinem neuen Chefcoach einen Co-Trainer zur Seite zu stellen. Christian Pannen wird diesen Job aus beruflichen Gründen nicht mehr ausüben können. Der neue Mann soll am besten aus den Reihen der HSG kommen und Jan Mittelsdorf mit seiner Erfahrung im Verein beim Einstieg unterstützen können.

Auch beim Thema Klassenerhalt hat Teammanager Christian Weber sich seinen Optimismus bewahrt. "Es wird schwer, das ist überhaupt keine Frage. Aber die Mannschaft hat auf jeden Fall das Zeug dazu, den Abstieg noch zu verhindern", sagt Weber. Entscheidend sind für ihn die nächsten Partien. "Karneval kann man vielleicht schon wieder mehr sagen." Am Samstag, 19.45 Uhr, steht für die HSG beim TV Oppum das erste Rückrundenspiel an.

Klar ist für Weber allerdings auch, dass die aktuelle sportliche Situation des Vorletzten der Oberliga für Verhandlungen mit potenziellen Neuzugängen nicht unbedingt förderlich ist. "Unsere Tabellenplatzierung macht uns momentan nicht gerade sexy."

(RP)