Handball: SV Schermbeck im Umbruch

Handball : SV Schermbeck steckt im Umbruch

Sechs Spieler des Teams, das in der vergangenen Saison in der Spitzengruppe der Landesliga mitmischte, sind nicht mehr dabei. Trotzdem peilt der neue Trainer Stephan Schmücker optimistisch einen Platz im oberen Mittelfeld an.

Immer nur Auswärts­spiele, so lautet das Motto des Handball-Landesligisten SV Schermbeck im Sommer 2018. Die Halle an der Erler Straße, seit vielen Jahren Heimstätte des SVS, ist wegen Renovierungsarbeiten bis weit in den September hinein gesperrt. Dass dies die Vorbereitungen eines Teams stört, das einen großen Umbruch zu verkraften hat, liegt auf der Hand. Umso erstaunlicher ist die Gelassenheit des Trainers. „Ich bin mit dem Leistungsstand sehr zufrieden. Das Team passt, die Form auch, und vor allem kämpferisch haben mich meine Spieler in den Vorbereitungspartien voll überzeugt”, sagt Stephan Schmücker.

Der 51-Jährige trat die Nachfolge von Thomas Keysers an, der den SVS vor einem Jahr in die Landesliga geführt hat. Der Neue auf der Bank setzte auf ungewöhnliche Maßnahmen, um seine Jungs auf die neue Saison einzustimmen. „Wir haben Waldläufe gemacht, Fußball gespielt und teambildende Maßnahmen ergriffen”, sagt er. Handball gespielt wurde natürlich auch. „Aber lediglich in den Testpartien.”

Die immerhin waren so zahlreich, dass Schmücker einen Eindruck von dem hat, was ihn erwartet. Wenn am kommenden Samstag, 18.30 Uhr, der Verbandsliga-Absteiger DJK Styrum 06 zum Saisonstart in Schermbeck zu Gast ist, passt schon vieles. Mit einer Ausnahme: Das Spiel findet in der Halle der Maximilian-Kolbe Schule statt, die keine Zuschauertribüne hat. „Dahin werden wir nur ein Mal ausquartiert”, sagt der Coach. „Und nach der Rückkehr an die Erler Straße können wir dann an den Feinheiten arbeiten.”

Im Vergleich zur Vorsaison, als der SVS als Aufsteiger in der Spitzengruppe mitmischte, sind die Ambitionen diesmal geringer. „Den Klassenverbleib schaffen”, hatte Ex-Coach Thomas Keysers seinem Nachfolger mitgegeben. „Im oberen Mittelfeld” hingegen möchte Schmücker landen, der seine neue Aufgabe offensiv angeht.

In den letzten Testspielen hat sich gegen die Landesligisten SuS Haarzopf (33:27) und ETB Schwarz-Weiß Essen (27:27) sowie den Bezirksligisten DJK Adler Bottrop (21:18) ein vielversprechender Formanstieg angedeutet. Mehr und mehr gelingt es Schmücker, eine Mannschaft zu formen. Eine ambitionierte Aufgabe angesichts der Tatsache, dass gleich sechs Spieler das Team verlassen haben, die meisten aus Altersgründen Richtung zweite Mannschaft. Allein Pierre Weber wechselte zum Verbandsligisten VfL Recklinghausen.

Dafür kann der SVS wieder auf die Dienste von Rückkehrer Moritz Schmäing zurückgreifen, der vom Verbandsligisten Rot-Weiß Oberhausen gekommen ist. Zudem ergänzen Leon Nappenfeld, Nils Nappenfeld, Julian Urbansky und Keeper Lars Potthast aus der zweiten Mannschaft sowie Adrian Döhmer und Hendrik Portz aus der eigenen A-Jugend den Kader. „Der Umbruch ist zugleich eine Verjüngungskur”, sagt Schmücker.

Das passt zur Philosophie des Clubs, der darauf verzichten will, fertige Spieler einzukaufen. So bleibt es bei einem Kader mit 14 Akteuren, wobei allerdings derzeit nur zwölf Spieler einsatzbereit sind. Für Hendrik Portz liegt die Spielberechtigung wohl erst Anfang Oktober vor. Johannes Dahlhaus plagt noch immer seine Ellbogen-Verletzung. Ungeachtet dessen ist die Vorfreude auf die neue Spielzeit riesig. „Mit der überholten Halle und einem jungen, ehrgeizigen Team werden wir in der Landesliga richtig schön dagegenhalten”, sagt Schmücker.

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