Aus den Vereinen: Gemeinsam fürs Stadion

Aus den Vereinen: Gemeinsam fürs Stadion

Der Weseler TV und der Weseler SV wollen eine Interessen-Gemeinschaft Auestadion (IGA) gründen. RP-Sportredakteur Joachim Schwenk sprach mit Manfred Frach, Leiter der Leichtathletik-Abteilung des WTV, darüber.

Welche Ziele soll die IG Auestadion haben?

Frach Wir haben einen sehr hohen Standard erreicht. Im Stadion ist alles optimal. Doch die Nebenanlagen könnte man noch verbessern.

Wie zum Beispiel?

Frach Für den Fußball wäre es wünschenswert, den Ascheplatz in ein Kunstrasenfeld zu verwandeln. Für die Leichtathletik bleibt es das Ziel, die Kunststoff-Felder zwischen Halle und Stadion zu verbinden, um eine lange Sprintgerade zum Aufwärmen zu haben. Die brauchen wir, wenn wir Deutsche Einzelmeisterschaften ausrichten wollen. Die IGA will diese Wünsche nicht nur äußern, sondern auch konkrete Vorschläge erarbeiten, wie das zu finanzieren ist. Und sie will sich um Sponsoren kümmern.

Wer soll Mitglied der IG Auestadion werden?

Frach Es ist eine Initiative der Vereine Weseler TV und Weseler SV, die Hauptnutzer des Stadions sind. Wir wissen noch nicht genau, wie wir das aufbauen. Wenn wir einen Förderverein gründen, würden wir vorschlagen, dass auch ein Vertreter der Stadt, mit der wir schon Gespräche geführt haben, im Vorstand sitzt. Es wäre nicht schlecht, wenn auch Sponsoren wie die Verbands-Sparkasse oder das RWE mit im Boot wären. Denn wenn wir etwas bewegen wollen, brauchen wir natürlich auch finanzielle Hilfe.

Das Nebeneinander mit dem WSV funktionierte nicht immer reibungslos.

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Frach Das ist Vergangenheit. Es gab Probleme, aber nicht mit dem aktuellen Vorstand. Beim Weseler SV hat sich unter dem neuen Vorsitzenden Jürgen Lantermann einiges positiv verändert. Deshalb sind wir jetzt aufeinander zugegangen.

Welche Großveranstaltungen hält die IG Auestadion in Wesel für möglich?

Frach Zum Beispiel Jugend-Länderspiele in Fußball. In der Leichtathletik wollen wir weiter Deutsche Mehrkampf-Meisterschaften ausrichten und uns um die Deutschen Junioren-Meisterschaften bewerben. Aber man darf nicht davon ausgehen, dass alle springen, wenn Wesel jetzt mit der erneuerten Anlage mit acht Bahnen sich meldet. Da muss man Geduld haben.

Das Springermeeting bleibt bestehen?

Frach Man kann nur hoffen, dass es weitergeht, weil es für Wesel und den WTV eine wichtige Veranstaltung ist. Wir haben diesmal ein Minus von 2000 Euro gemacht, das die Leichtathletik-Abteilung aus ihrer Kasse zuschießen muss. Das können wir uns auf Dauer nicht leisten.

Sind Sie enttäuscht, dass das Springermeeting finanziell in der Stadt nicht besser unterstützt wird?

Frach Vielleicht müssen wir auch mehr klappern. Da fehlt uns in unseren ehrenamtlichen Strukturen ein wenig die Professionalität. Es müsste möglich sein, für eine Veranstaltung wie das Springermeeting einen Etat von 10 000 Euro aufzustellen. Dafür benötigen wir Unterstützung. Wenn Politik und Verwaltung immer wieder öffentlich erklären, wie wichtig diese Veranstaltung für Wesel ist, wird es leichter, Sponsoren zu finden.

(RP/rl)
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