Lokalsport: Gelungener Auftakt für Nico Hülkenberg

Lokalsport : Gelungener Auftakt für Nico Hülkenberg

Formel 1: Am ersten Tag der Testfahrten auf dem Circuit de Catalunya in Barcelona erreicht der Emmericher vormittags die viertschnellste Zeit und dreht die meisten Runden. "Der erste Eindruck ist gut", stellt Hülkenberg anschließend fest.

Schon zur Mittagspause endete der gestrige Arbeitstag für Nico Hülkenberg. Renault hatte sich dazu entschieden, in der ersten Woche der Formel-1-Testfahrten jeweils an allen Tagen beiden Fahrern Einsatzzeit zu gewähren. So steuerte der Emmericher den neuen R.S.18 am Vormittag über den Circuit de Catalunya in Barcelona. Am Nachmittag übernahm sein Teamkollege Lokalmatador Carlos Sainz das Cockpit bei den mit Spannung erwarteten ersten Tests für die neue Saison, in der Renault wieder einen Schritt nach vorne machen will.

"Der erste Eindruck ist gut. Kein Vergleich zu den Testfahrten vor zwölf Monaten. Es fühlt sich alles viel besser an", sagte der Emmericher nach der Vormittagssession. "Wir haben einen enormen Fortschritt hingelegt. Das Auto fuhr reibungslos. Auch bei der Zuverlässigkeit lief alles nach unseren Wünschen."

Durchaus vielversprechend waren die ersten Zahlen. So konnte Nico Hülkenberg bis zur Mittagspause die meisten Runden abspulen. Bei 73 Umläufen blieb der Ticker stehen. Brendon Hartley im Toro Rosso kam auf 72 Runden. Lediglich zehn Runden schaffte Fernando Alonso im nun auch von einem Renault-Motor angetriebenen McLaren. Die Antriebseinheit der Franzosen war allerdings weniger das Problem. Direkt nachdem die Ampel auf Grün gestellt war, leistete sich der zweimalige Weltmeister einen Ausritt ins Kiesbett.

Selbstredend sind die Zeiten am ersten Trainingstag immer mit Vorsicht zu genießen. Aber dennoch zeigte sich einmal mehr, dass Renault hinter den drei Top-Teams liegt. Nico Hülkenberg konnte die viertschnellste Zeit hinlegen. Sein bester Versuch wurde in 1:20,547 Minuten gestoppt. Damit fehlten dem Emmericher lediglich 0,368 Sekunden auf Daniel Ricciardo im Red Bull, der am Vormittag der schnellste Pilot war. Zum Vergleich: Beim Qualifying zum Großen Preis von Spanien im vergangenen Jahr schied Hülkenberg im Q2 mit einer Zeit von 1:21,397 Minuten aus.

Allerdings wurde zwischenzeitlich auf dem Circuit de Catalunya ein neuer Asphalt aufgetragen. Viele Experten rechnen damit, dass die Rekorde dort nur so pulverisiert werden - erst recht, wenn die Temperaturen steigen werden. Andererseits sind mehrere Renningenieure besorgt, dass auf dem sehr glatten Asphalt die Standfestigkeit der Pirelli-Reifen nicht wirklich getestet werden kann. Renault hatte zunächst noch zu Beginn der Testfahrt mehrere Messinstrumente am R.S.18 montiert, um Vergleichsdaten zu sammeln. Am heutigen Dienstag wird in Barcelona zunächst Carlos Sainz fahren, ehe Nico Hülkenberg ab Nachmittag übernimmt.

In Barcelona feierte gestern der neue Cockpitschutz Halo seine Premiere unter Wettkampfbedingungen. Nico Hülkenberg erklärte zwar, dass er sich in der Sicht "nicht behindert gefühlt" habe. Allerdings wollte der Emmericher nicht von seinem Gesamturteil abrücken: "Der Halo sieht immer noch grässlich aus, ich fühle mich auch nicht sicherer dadurch. Von mir aus kann er weg." Toto Wolff würde am liebsten kurzen Prozess machen. "Wenn man mir eine Kettensäge gibt, schneide ich den Halo einfach ab", sagte der Motorsportchef von Mercedes.

(RP)
Mehr von RP ONLINE