Fußball: Wesel Anadolu Spor ist ein starker Aufsteiger

Fußball : Wesel Anadolu Spor ist ein starker Aufsteiger

Kreisliga B: Der Neuling hat einige Akteure im Kader, die schon in der Bezirksliga gespielt haben. Osman Ali Demir, Vorsitzender und Trainer in Personalunion, setzt auf Disziplin. An den Durchmarsch denkt er noch nicht.

Osman Ali Demir beobachtet das Geschehen derzeit noch als Vorsitzender von Wesel Anadolu Spor. Als Fußball-Trainer des Aufsteigers in die Kreisliga B darf er erst wieder ab dem 26. September einsteigen – bis dahin ist er noch gesperrt. „Ich hatte zwei Mal hintereinander A-Jugendliche bei den Senioren eingesetzt. Der damalige Vorstand hatte mir gesagt, dass dies okay ist“, schildert der 32-Jährige sein Vergehen, das ihm eine einjährige Sperre einbrachte. Bis dahin wird Aykut Temel als Coach beim Neuling an der Seitenlinie stehen.

Ihm steht ein Team zur Verfügung, das für einen B-Ligisten hochkarätig besetzt ist. Zahlreiche Akteure weisen Bezirksligaerfahrung auf. Der „Königstransfer“ gelang im Sommer mit der Verpflichtung von Torjäger Hasan Hamzaoglu (SV Bislich) „Für die Kreisliga B ist das ein überragender Mittelstürmer“, sagt Osman Ali Demir. Dass dem 23-Jährigen der Ruf anhaftet, nicht immer ganz einfach zu sein, dies weiß natürlich auch der Vorsitzende. Für ihn ist das allerdings kein Problem. „Wir haben hier ein Händchen, wie man mit solchen Spielern umgehen muss“, so Demir.

Admir Bosnjak, Ismail Hamzaoglu, Enser Kazakli, Osama El-Toufaili, Firat Samhal und Güven Bogazliyan können ebenfalls schon auf Einsätze in der Bezirksliga zurückblicken. Letztgenannter sitzt noch bis Anfang Dezember eine einjährige Sperre aus seiner Zeit bei Olympia Bocholt ab. Nach einer Pokalniederlage in Rees hatte er einen Akteur des Gastgebers mit einem Pflasterstein angegriffen. „Ich habe Güven kennengelernt und konnte das gar nicht glauben. Aber man muss Menschen auch eine zweite Chance geben“, sagt Osman Ali Demir.

Für den Vorsitzenden zählen im eigenen Verein Tugenden wie Disziplin und Ordnung besonders viel. „Spielabbrüche oder Ärger auf und neben dem Platz will ich nicht sehen“, sagt der Trainer im Wartestand. Als er bei Anadolu Spor eingestiegen sei, habe er sich diszipliniertes Verhalten als Hauptziel gesteckt. „Deshalb mussten wir uns von vielen Akteuren trennen.“ Nach den zahlreichen Siegen in der Kreisliga C habe die Stadtmeisterschaft eines schon mal bewiesen. „Wir können mit Niederlagen umgehen und leben.“

Allzu viele davon wünscht sich Osman Ali Demir auch eine Klasse höher nicht. Das Saisonziel will er „nicht zu hoch ansetzen“ nach zwei Jahren in der untersten Klasse. In den Abstiegskampf zu geraten, dies kann sich der Anadolu-Vorsitzende wiederum nicht vorstellen. „Wenn wir unter die ersten fünf Mannschaften kommen, dann haben wir als Aufsteiger eine Top-Saison gezeigt“, sagt er. Gerne könnte es selbstverständlich auch mehr sein, aber so richtig denkt Osman Ali Demir noch nicht daran: „Ein Durchmarsch wäre allerdings die Erfüllung eines Traums.“

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