Fußball: SV Bislich ist Weseler Stadtmeister

Fußball : SV Bislich schafft die Überraschung

Der A-Ligist setzt sich im Endspiel der Stadtmeisterschaft gegen den favorisierten Titelverteidiger PSV Wesel mit 1:0 durch. GW Flüren sichert sich durch ein 5:3 nach Elfmeterschießen gegen Anadolu Spor den dritten Rang.

Bernd Pagojus fieberte dem Schlusspfiff entgegen. Die dreiminütige Nachspielzeit zehrte an den Nerven des Trainers und der Kicker des A-Ligisten SV Bislich. Mit dem Abpfiff fielen sich die Akteure des Ausrichters um den Hals. Mit 1:0 (1:0) hatten sie den Titelverteidiger und Landesligisten PSV Wesel im Finale der Fußball-Stadtmeisterschaft bezwungen. Den dritten Platz belegte B-Ligist GW Flüren, der sich gegen den Ligarivalen Wesel Anadolu Spor mit 5:3 (2:2, 1:0) nach Elfmeterschießen durchsetzte. Anadolu Spor hatte im letzten Gruppenspiel am Samstag den Weseler SV mit 3:1 bezwungen und damit Schützenhilfe für die Bislicher geleistet. Der PSV Wesel war durch ein 7:0 gegen den SV Ginderich bei gleichzeitiger 0:1-Niederlage von GW Flüren gegen Viktoria Wesel ins Endspiel eingezogen.

Und dies begann der Favorit im Tiefschlaf. „Das Spiel fängt an, wenn der Schiedsrichter anpfeift“, ärgerte sich PSV-Trainer Björn Assfelder. Kapitän Johannes Bruns befand sich zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht wirklich im Wettkampfmodus. Er vertändelte den Ball in der eigenen Hälfte gegen Nils Pagojus, der die Chance eiskalt zum einzigen Treffer nutzte (2.). „Dass man sich zu Beginn so abkochen lässt, dafür habe ich kein Verständnis“, sagte Assfelder. Wer nun mit einer wütenden Antwort des PSV gerechnet hatte, wurde allerdings enttäuscht.

Erst im Elfmeterschießen entschied GW Flüren (grüne Trikots) das Spiel um Platz drei gegen Wesel Anadolu Spor für sich. Foto: FFS FUNKE Foto Services

Zahlreiche Ungenauigkeiten im Aufbauspiel sorgten dafür, dass die Bislicher Abwehr im Finale fast nie ernsthaft in Gefahr geriet. Der lautstark dirigierende Keeper Sven Scholten musste erstmals nach 41 Minuten gegen Luis Blaswich eingreifen. „Wenn man nur um den Strafraum herumspielt, kann man nicht gewinnen, stellte Assfelder fest. Trotz dreier Wechsel änderte sich daran auch nach der Pause nichts. Der Landesligist blieb harmlos, die Spielweise erinnerte stark an das 1:1 in der Vorrunde gegen GW Flüren. Patzer in der Abwehr des Landesligisten hätten Niklas Schröder (63.) und Yannik Koelewijn (68.) fast zum 2:0 für den Außenseiter genutzt.

Dann sollte Bislichs Schlussmann doch einmal gefordert werden. Oliver Vos scheiterte nach Zuspiel von Luis Blaswich, fleißigster PSV-Akteur, an Sven Scholten (71.). Nur 60 Sekunden später foulte Robert Freudenthal im Strafraum Christopher Abel. Doch Blaswich schoss den Elfmeter an den Pfosten. Dass Lukas Köhne die Riesenchance zur endgültigen Entscheidung ausließ (85.), brachte Bislichs Trainer Bernd Pagojus zu der Feststellung: „Fünf Minuten vor dem Ende möchte ich jetzt aber auch nicht mehr verlieren.“ Doch es passierte nichts mehr.

„In meinen Augen war der Erfolg nicht unverdient“, stellte Pagojus fest. Für den Siegtreffer hatte auch er eine gewisse „Schlafmützigkeit“ beim Landesligisten ausgemacht. „Natürlich hatten wir beim Elfmeter auch Glück, aber das haben sich die Jungs erarbeitet und verdient“, so der Trainer des neuen Titelträgers.

Vor dem Finale hatten sich die beiden B-Ligisten GW Flüren und Wesel Anadolu Spor in einem robusten Spiel um Platz drei gegenübergestanden. Für die Grün-Weißen traf Robin Mischner (15.) zur 1:0-Halbzeitführung. „Nach 25 Minuten wurde Anadolu Spor dann besser. Die Mannschaft hätte den Sieg auch verdient gehabt“, gab Flürens Trainer Sascha Ressel zu, der mit dem eigenen Spiel „nicht so zufrieden war“.

Der verdiente Lohn für die Überlegenheit drückte sich auch in dem Ausgleich durch Hasan Hamzaoglu (60.) aus. Danach schwächte sich Anadolu Spor selbst. Enser Kazakli (77.) sah nach grobem Foul die Rote Karte. Trotzdem traf erneut Hamzaoglu (84.) zum 2:1, aber Marvin Prietzel (85.) glich postwendend aus. So musste im Elfmeterschießen die Entscheidung fallen.

Und hier hatte GWF mit Yannick Winkin einen Keeper zwischen den Pfosten, der bereits in der vergangenen Saison mehr Elfmeter parierte als er passieren lassen musste. Gegen Hasan Hamzaoglu und Firat Samhal wurde er seinem Ruf gerecht, nur Osama El Toufaili überwand ihn. Dzenan Guso schoss den Ball über das Tor. So reichten GWF die Treffer von Marvin Schumann, Christian Meinke und Robin Mischner zum Sieg. „Mit unserer Leistung bin ich zufrieden“, sagte Firat Samhal, Co-Trainer von Anadolu.

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