Fußball-Kreisliga A: Der große Umbruch beim SV Bislich

Fußball : Der große Umbruch beim SV Bislich

Trainer Bernd Pagojus setzt in der kommenden Saison in der Fußball-Kreisliga A nur noch auf Spieler, die auch zum Dorfverein passen. „Wir müssen wesentlich disziplinierter auftreten“, fordert der Coach von seinem Personal.

Der Umbruch nimmt weitere Formen an. Als Bernd Pagojus den SV Bislich, damals noch in der Fußball-Bezirksliga, in der Winterpause 2016/17 übernahm, galt das Team als zumindest nicht einfach – allein sein Vorgänger Steffen Herden schien mit den Charakteren zurechtzukommen. Gut 18 Monate und einen Abstieg in die Kreisliga A später formt Pagojus die Mannschaft immer mehr nach seinen Vorstellungen. „Langsam bekomme ich die Spielertypen zusammen, die ich mir wünsche“, sagt der 55-Jährige. Dass er damit beispielsweise durch den Weggang von Stürmer Hasan Hamzaoglu (Wesel Anadolu Spor) auch Qualität verloren hat, ist dem Coach durchaus bewusst.

Doch die vergangene Saison hat den Bislicher Trainer in dem Vorhaben bestärkt, den Kader weiter umzubauen. „Da hat es auch nicht gepasst. Oft stand keine Mannschaft auf dem Feld. Es gab sehr viel Unruhe auf und neben dem Platz“, sagt Bernd Pagojus. Überhaupt nicht einverstanden war er mit dem letzten Rang in der Fair-Play-Tabelle. Als einzige der 17 Mannschaften überschritt der SV Bislich die Marke von 100 bei den Gelben Karten (103), fünf Gelb-Rote und zwei Rote Karte kamen dazu. „Wir müssen wesentlich disziplinierter auftreten“, sagt Pagojus.

Bei der Zusammenstellung des Kaders für die zweite Saison nach dem Bezirksliga-Abstieg legte der SVB-Trainer sein Hauptaugenmerk also eher auf den Charakter der Akteure. „Wir haben diejenigen gehalten, bei denen wir meinen, dass sie auch zum SV Bislich passen“, sagt Pagojus, der mit seinem Team in der vergangenen Saison auf Rang 14 kam. Außerdem setzt der SVB auf junge Spieler. So wurden Max Vengels und Tim Termath aus der eigenen A-Jugend vorzeitig zum Senior erklärt und gehören fest zum Kader.

Durch den Gewinn der Stadtmeisterschaft , bei der es am Sonntag im Finale einen 1:0-Sieg gegen den favorisierten Landesligisten PSV Wesel gab, erhofft sich  Pagojus einen zusätzlichen Schub für die Saison. Was er im Finale in den 90 Minuten gesehen hat, stimmt ihn auf jeden Fall zuversichtlich. „Da stand eine Mannschaft auf dem Platz, die den Namen verdient. Der eine ist für den anderen die Wege gegangen“, freut sich der SVB-Coach im Nachgang immer noch über den Coup. Als Basis für eine vielversprechendere Zukunft betrachtet er besonders zwei Punkte. „Wir müssen den Ruf der Mannschaft verbessern und dafür sorgen, dass die Zuschauer im Dorf wieder hinter uns stehen.“

Die Stadtmeisterschaft habe dabei gezeigt, dass „wir auf dem richtigen Weg sind“. Allerdings weiß der Bislicher Trainer auch um die Gefahr, die in der neuen Saison lauert. Der Kader ist mit 21 Akteuren, darunter allein vier Torhüter, knapp bemessen. „Wenn zwei bis drei Stammspieler ausfallen, dann wird die Geschichte ganz schön schwierig“, sagt Bernd Pagojus, der auch noch wegen Verstärkungen mit der zweiten Mannschaft sprechen will.

Einen Langzeitausfall, wenn nicht sogar ein Karriereende, gibt es bereits. Den als Nummer eins vorgesehenen Timo Theißen plagt eine hartnäckige Kahnbeinblessur. So steht Co-Trainer Sven Scholten derzeit zwischen den Pfosten. „Das war so nicht vorgesehen. In der Winterpause sehen wir uns nach einen Torhüter um“, sagt Bernd Pagojus.

Und diese Position ist in Bislich besonders wichtig. „Denn wir werden keinen Hurra-Fußball spielen und vorne draufgehen“, sagt der Coach, der vor allem bei den Standardsituationen Verbesserungspotenzial sieht. So soll das Ziel realisiert werden, eine Zitterpartie um den Klassenerhalt zu vermeiden und unten reinzurutschen. Auf einen ganz besonderen Umbruch hofft der Coach übrigens im Winter. „Ich gehe davon aus, dass wir die Vorbereitung auf Kunstrasen absolvieren können.“