Fussball: Christoph Ziegler schließt sein WM-Tagebuch

Zieglers WM-Welt : „Es war eine wundervolle Erfahrung für mich“

Christoph Ziegler beendet sein WM-Tagebuch und blickt auf eindrucksvolle Wochen in Russland zurück.

Und so schnell sind zwei Wochen schon wieder vorbei. Wie vor vier Jahren auch sitze ich gerade im Flieger und schreibe meinen Abschlussbericht. Mit dem einzigen Unterschied, dass wir nun als „Deppen“ zurückkehren und nicht als Weltmeister.

Wie 2014 sowie 2016 bei der EM möchte ich eigentlich mehr auf das Land und die Leute als auf den Fußball eingehen. Als damals bei der Auslosung „WM 2018 – Russia“ auf dem Zettel von Herrn Platini stand, war ich erst einmal etwas enttäuscht. Ein sehr großes Land, über das ich reisetechnisch noch nicht viel gehört hatte, riss mich im ersten Moment nicht vom Hocker. Anfangs war ich noch nicht einmal sicher, ob ich dorthin fahren sollte.Ich erinnerte mich schnell an die Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine, die mir landschaftlich auch schon sehr gut gefiel.

Nach einer ziemlich souveränen Qualifikationsrunde, wo wir auswärts fast überall live vor Ort waren (San Marino, Norwegen, Nordirland und Tschechien), stand die Reisegruppe dann schnell fest und so buchten wir nach der Auslosung im Dezember unsere Flüge. Voller Vorfreude und nach intensiver Planung ging unsere Gruppe dann am 16. Juni auf Entdeckungstour in Russland.

Ich war vom ersten Tag an begeistert, welch gute Organisation die Russen durchweg bei allen Vorgängen hatten. Ob es der Visum-Ersatz war, die schnellen Kontrollen bei der Einreise, die Ticketausgabestellen oder die sehr zügigen Einlasskontrollen.

Durchweg trafen wir auf freundliche Mitarbeiter oder Bürger. Egal ob Taxifahrer, Kellner, Kassierer an der Supermarktkasse, Polizisten oder Freiwillige. Ich könnte jetzt noch so viele Menschen aufzählen, aber das würde hier wirklich den Rahmen sprengen.

Wir haben uns zu jederzeit und überall im Land sicher aufgehoben gefühlt. Die fünf Stadien, die wir in Moskau, Sankt Petersburg, Sotschi und Kazan gesehen haben, waren alle sehr modern und in irgendeiner Weise auch einzigartig. Die Hotelkosten hielten sich komplett im bezahlbaren Rahmen. Wir haben nie mehr als 40 Euro pro Person und Nacht ausgegeben. Da wir in vier verschiedenen Städten waren, hat man auch einen guten Eindruck von dem riesengroßen Land bekommen.

In Moskau hat mich der Rote Platz mit dem Kreml beeindruckt. Sankt Petersburg war mit seinen Prachtbauten, Kirchen sowie in Gold gehaltenen Dächern und Spitzen magisch. Sotschi am Schwarzen Meer hatte etwas von Urlaub und Entspannung. Und die 50-stündige Zugfahrt nach Kazan quer durchs ganze Land war ein Erlebnis für sich.

Zum Schluss bleibt mir nur zu schreiben, dass wir eine wirklich schöne Zeit hatten, die ich nicht missen möchte. Es war eine wundervolle Erfahrung, die ich nur jedem empfehlen kann. Besucht Russland, liebe Freunde – auch wenn dort keine Fußball-Weltmeisterschaft stattfindet.