Fußball: BW Dingden ist Hamminkelner Stadtmeister

Fußball : BW Dingden gelingt vom Punkt aus die Revanche

Der favorisierte Bezirksligist setzt sich bei der Stadtmeisterschaft in einer Neuauflage des letztjährigen Finales gegen den Titelverteidiger BW Wertherbruch mit 7:6 nach Elfmeterschießen durch. Hamminkelner SV enttäuscht. Für den Bezirksligisten ist das Turnier schon nach den ersten beiden Gruppenspielen gelaufen.

Am Ende waren gleich 14 Elfmeter nötig, ehe der neue Titelträger feststand. Fußball-Bezirksligist BW Dingden gewann am Sonntag das Finale der Hamminkelner Stadtmeisterschaft auf der Sportanlage des SV Brünen und hatte gegen den A-Ligisten BW Wertherbruch das glücklichere Ende für sich. In der Neuauflage des letztjährigen Endspiels ging das Elfmeterschießen nach vorangegangenen 40 torlosen Minuten schließlich mit 7:6 an den Favoriten. Glücklich wirkte Dirk Juch nach Spielende dennoch nicht. „Das Finale war spannend, doch nicht gut“, sagte der Dingdener Coach. „Aber bei diesem Modus bleibt der sportliche Aspekt auf der Strecke.“

Diese Meinung hatte Juch keinesfalls exklusiv. Allerdings hätte er allen Grund zur Freude haben müssen. Denn mit diesem Erfolg hatte sein Team nicht nur seinen Anspruch, dieses Turnier zu gewinnen, in die Tat umgesetzt. Vielmehr glückte zudem die Revanche für die unerwartete 0:1-Niederlage im Jahr 2017 gegen BW Wertherbruch. „Vom Ende her betrachtet, ist das in Ordnung“, sagte Juch. „Aber das Endspiel war schwach. Wir waren nicht gut, aber wir haben uns dem Niveau insgesamt angepasst.“

Dirk Juch, Trainer von BW Dingden, freute sich über den Sieg seiner Mannschaft. Doch mit dem Modus der Titelkämpfe kann er sich nicht anfreunden. Foto: Bauch

Tatsächlich war das Finale über zweimal 20 Minuten kein Leckerbissen für Fußball-Liebhaber. Allerdings muss man beiden Teams zugutehalten, dass das Turnier über zwei Tage viel Kraft gekostet hatte und sämtliche acht Teilnehmer mitten in der Saisonvorbereitung stecken. Insofern hielt sich die Enttäuschung beim unterlegenen Wertherbrucher Coach Rene Olejniczak in Grenzen. „BW Dingden hat verdient gewonnen“, sagte er nach Spielschluss. „Wir waren zum zweiten Mal in Folge im Finale, das ist für unseren Verein schon ein schöner Erfolg.“

Dabei hatte ausgerechnet seine Mannschaft die wohl beste Chance des gesamten Spiels, als Domenik Schweers in einen lang geschlagenen Freistoß rutschte, den Ball aber aus kürzester Entfernung lediglich an die Latte bugsierte (11.). BW Dingden hatte zwar deutlich mehr Ballbesitz, schlug aber zu wenig Kapital daraus. Lediglich die doppelte Einschussgelegenheit von Julian Weirather (18.), die der  Wertherbrucher Keeper Micha Schlebes reaktionsschnell entschärfte, gehört in die Kategorie Großchance. „Natürlich nehmen wir den Titel gern mit“, sagte Juch, der vor allem froh darüber war, dass sich keiner seiner Spieler ernsthaft verletzt hatte.

Beim SV Brünen wäre die Freude über einen solchen Erfolg sicher deutlich größer gewesen. Als Gastgeber hatte der A-Kreisligist nicht nur ein rundum gelungenes Wochenende organisiert, sondern an beiden Tagen rund 500 Besucher angelockt. Entsprechend viel hatte sich das Team vorgenommen und scheiterte erst im Halbfinale am späteren Sieger. „Wir haben am Samstag sehr ordentlich gespielt“, sagte Brünens Coach Aycin Özbek. „Aber am Sonntag waren wir schlecht und haben gegen den HSC Berg mit 0:1 das Spiel und unsere gute Ausgangsposition verloren.“

Im Halbfinale war dann sowohl für den Gastgeber (0:1 gegen BW Dingden), als auch für den B-Ligisten HSC Berg (0:2 gegen BW Wertherbruch) die Reise zu Ende. Zumindest die Berger beschenkten sich dann noch mit dem dritten Platz, der im Elfmeterschießen ausgespielt wurde. Auch hier zogen die Brüner den Kürzeren und unterlagen mit 2:4. „Bis zum Saisonstart“, so Özbek, „wartet noch viel Arbeit auf uns.“

Das muss so sicher auch für den Hamminkelner SV gelten. Für den Bezirksligisten, der zum Favoritenkreis zählte, war die Stadtmeisterschaft schon nach zwei von drei Vorrundenspielen gelaufen. Nachdem das Team von Trainer Michael Tyrann am Samstag erst gegen BW Dingden (0:2) und danach gegen BW Wertherbruch (0:2) verloren hatte, reiste der HSV am Sonntag zum letzten Gruppenspiel lediglich mit elf Akteuren und einer besseren A-Jugend-Mannschaft an.

„Das war insgesamt sehr enttäuschend“, sagte der Hamminkelner Übungsleiter. „Wir hatten uns deutlich mehr vorgenommen, konnten es aber nicht umsetzen und sind sang- und klanglos untergegangen.“ Seinen Spielern dürften nun zwei unangenehme letzte Vorbereitungswochen ins Haus stehen. „Aus dem, was ich gesehen habe“, so Tyrann, „werde ich nun die richtigen Schlüsse ziehen.“

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