Fußball: Bezirksligist BW Dingden siegt 12:1 beim SuS 09 Dinslaken

Fußball : 12:1 – BW Dingden stürmt beim SuS 09 Dinslaken zurück an die Spitze

Der Bezirksligist hat es im Nachholspiel beim SuS 09 unglaublich leicht, ein Dutzend Treffer zu erzielen. Der Neuling zeigt eine desaströse Leistung, die für Dinslakens Co-Trainer Oliver Grimm ein Rätsel ist.

BW Dingden ist wieder Tabellenführer der Fußball-Bezirksliga. Die Mannschaft von Trainer Dirk Juch, die in den ersten drei Spielen des Jahres lediglich einen Punkt geholt hatte, stürmte mit einem Dutzend Toren an die Spitze. Der Titelanwärter hatte am Sonntag beim 12:1 (6:1)-Erfolg in der Nachholpartie beim Aufsteiger SuS 09 Dinslaken unglaublich leichtes Spiel. Der Gastgeber leistete lediglich gut eine Viertelstunde Gegenwehr. Dann ergab sich der SuS, der ab der 33. Minute nach einer Gelb-Roten Karte für Kevin Kirstein (wiederholtes Foulspiel) in Unterzahl war, fast widerstandslos in sein Schicksal. BW Dingden hätte sogar noch höher gewinnen können, zumal Kevin Juch einen Elfmeter an die Latte schoss Doch auch so war der Sieg mehr als drei Punkte für den neuen Spitzenreiter wert. Denn BWD weist nun auch wieder das bessere Torverhältnis gegenüber dem bisherigen Ligaprimus Hamborn 07 auf, der nun drei Zähler schlechter ist.

Der Dingdener Coach Dirk Juch nahm den Dinslakener Co-Trainer Oliver Grimm nach dem Schlusspfiff tröstend in den Arm. Es hatte fast den Anschein, als wollte er sich bei Oliver Grimm, der Coach Thorsten Schramm (Urlaub) vertrat, für die sportliche Demütigung entschuldigen, die sein Team dem Gastgeber angetan hatte.

Für Grimm war der blutleere und desaströse Auftritt seiner Mannschaft ein Rätsel. „Das muss ich erst einmal sacken lassen und mit Thorsten Schramm besprechen. Aber eigentlich musst du als Trainer nach so einem Spiel den Rücktritt anbieten“, sagte Grimm. Auch Juch war erstaunt über das, was sich auf dem Rasen abgespielt hatte, zumal seine Mannschaft in der Hinrunde nur einen knappen 1:0-Erfolg gegen den Neuling geschafft hatte. Sein Eindruck: „Beim SuS stimmt irgendetwas nicht.“

In der Anfangsphase hielten die Dinslakener noch dagegen, auch wenn sie schon beim ersten Angriff von BW Dingden bei der Abwehrarbeit die Stümperhaftigkeit zeigten, die irgendwann zur Regel wurde. Tobias Spiegel foulte im Strafraum den Dingdener Mohamed Salman, der den Elfmeter zur Führung des Favoriten verwandelte (2.).

Der SuS 09 glich aber durch einen von BWD-Kapitän Julian Weirather verursachten Handelfmeter durch Max Suchomel (13.) schnell aus und war anschließend bei zwei Eckbällen gefährlich. Doch als Robin Volmering (17., 23.) mit den Schüssen Nummer zwei und drei von BW Dingden auf das Dinslakener Tor für die 3:1-Führung gesorgt hatte, gab’s kaum noch Gegenwehr vom Gastgeber. Der Titelanwärter erhöhte bis zur Pause auf 6:1 und hatte es leicht, in Hälfte zwei ein weiteres halbes Dutzend Tore folgen zu lassen.

Das konnte Grimm auch dadurch nicht verhindern, dass er in der Pause an die Ehre der 09-Kicker appelliert hatte. „Ich habe der Mannschaft gesagt, dass sie alles versuchen soll, in der zweiten Halbzeit ein 0:0 zu halten und habe für mich einkalkuliert, dass wir vielleicht noch zwei Tore kassieren. Doch das, was wir gezeigt haben, hatte mit Seniorenfußball nichts zu tun“, sagte Grimm, dem anzumerken war, dass dieses Debakel ihn ins Mark getroffen hatte. Und jetzt geht’s für den SuS 09 zum seit Sonntag nicht mehr punktlosen Schlusslicht RWS Lohberg.

BW Dingden war dagegen aus guten Grund rundum zufrieden, auch wenn Dirk Juch das Geschehene richtig einzuschätzen wusste. „Wir dürfen dieses Ergebnis sicherlich nicht überbewerten. Dafür hat der Gegner zu wenig Widerstand geleistet.“ Doch sein Team dürfte nach dem verkorksten Start ins Jahr trotzdem einiges Selbstvertrauen gesammelt haben für das Rennen um den Titel. Zumal sich das Team durch den schnellen Dinslakener Ausgleich nicht aus der Bahn hatte werfen lassen. „Wir haben eine gute Reaktion gezeigt“, lobte Juch.

Und als es dann einmal richtig lief, zeigte der Titelanwärter, über welche fußballerischen Qualitäten er zweifelsohne verfügt, spielte seine Überzahl immer wieder gekonnt aus und erzielte einige herrliche Tore. „Wir wollten unbedingt gewinnen. Das war der Mannschaft von Beginn an anzumerken. Und acht Tore musst du in Überzahl auch erst einmal schießen“, sagte Juch. Gegen den SuS war’s nicht so schwer.

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