Fußball: Fair Play-Liga wird größer

Fußball: Fair Play-Liga wird größer

Fußball-Kreis: In der neuen Saison werden noch mehr F-Junioren-Teams an den Spielen ohne Schiedsrichter und mit Zuschauern auf Distanz teilnehmen. Auch bei den E-Junioren und Bambini müssen die Besucher weg vom Spielfeld.

Das gute Beispiel Fair Play-Liga macht Schule und wird im Fußball-Kreis Rees-Bocholt ausgebaut. Das hat der Kreis-Jugendausschuss jetzt entschieden. Ab der kommenden Saison sollen die Zuschauer bei den E- und F-Junioren sowie den Bambini das Geschehen mit gebührendem Abstand zum Spielfeld verfolgen. So soll gewährleistet werden, dass die kleinen Kicker ihr Spiel spielen, ohne von außen beeinflusst zu werden. Das ist ein wesentlicher Bestandteil der im Fußball-Kreis Aachen eingeführten Fair Play-Liga, die mit beachtlichem Erfolg seit März auch im Kreis Rees-Bocholt läuft. Zehn F-Junioren-Teams sind beim Experiment dabei, das schon jetzt als geglückt bezeichnet werden kann.

Die Kinder regeln alles selbst

Zudem gibt es bei der Fair Play-Liga keinen Schiedsrichter. Die jungen Akteure regeln auf dem Platz alles selbst. Die Trainer verfolgen die Partien von einer Coachingzone aus und sollen nur im Notfall ins Geschehen eingreifen. Diese beiden Regeln werden in der neuen Saison noch nicht bei den E-Junioren und Bambini zur Geltung kommen. Doch auf lange Sicht möchte Kreis-Jugendleiter Alfred Herbers auch in diesen Altersklassen die Fair Play-Liga einführen. Die hat Ralf Klohr, Jugendleiter des SuS Herzogenrath aus dem Fußball-Kreis Aachen, entwickelt. "So können wir den Kindern ihr Spiel zurückgeben", sagt er.

Die Fair Play-Liga wird in der nächsten Saison bei den F-Junioren mit noch mehr Mannschaften über die Bühne gehen. Davon ist Herbers überzeugt. Aktuell haben sich die Teilnehmer an der Fair Play-Liga freiwillig gemeldet. Ab der kommenden Spielzeit müssen die Vereine bei der Meldung ihrer Mannschaften jetzt ausdrücklich erklären, dass sie nicht in der Fair Play-Liga starten wollen.

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Die derzeitigen Teilnehmer sind vom Konzept überzeugt. "Es läuft super. Die entscheidende Verbesserung ist, dass die Eltern weiter weg vom Spielfeld sind. Die Spieler werden deshalb nicht mehr so bedrängt und haben mehr Spaß. Und die Kinder finden es toll, ohne Schiedsrichter alle Entscheidungen selbst zu treffen", sagt Dirk Frese, Trainer des Hamminkelner SV II. Sechs Partien hat er mit seinem Team in der Liga mittlerweile bestritten. "Und es gab noch keine Situation, in der die Spieler auf dem Platz nicht alles selbst regeln konnten", meint er.

Der Hamminkelner SV hat sich wegen der guten Erfahrungen mittlerweile entschlossen, für die kommende Saison alle F-Junioren-Teams für die Fair Play-Liga anzumelden. "Es gibt bei dem einen oder anderen Trainer zwar noch etwas Skepsis. Doch wenn er einmal ein Spiel der Fair Play-Liga erlebt hat, wird er schnell anderer Meinung sein", sagt Frese.

"Haben jetzt Ruhe auf dem Platz"

Dieser Ansicht ist auch Pierre Gabriel, der mit den F-Junioren des SV Ringenberg in der Liga startet. "Die Kinder haben mehr Spaß am Fußball. Das ist klar zu sehen", meint Gabriel. Bei einigen Eltern der Kinder würde es zwar noch kritische Stimmen geben. "Doch wir haben jetzt Ruhe auf dem Platz", sagt Gabriel. Der SV Ringenberg überlegt übrigens, auch bei der Hamminkelner Stadtmeisterschaft, die er im Juni organisiert, die Zuschauer auf Distanz zu halten.

(RP)
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