Fußball: Ein Talent geht seinen Weg

Fußball: Ein Talent geht seinen Weg

RP-PORTRÄT: Sie ist erst 20 Jahre alt, hat im Fußball aber schon eine Menge erreicht. Corinna Schröder spielt in der Bundesliga, ist U23-Nationalspielerin und stand jetzt mit dem FCR Duisburg schon zum zweiten Mal im Pokalfinale.

RP-PORTRÄT: Sie ist erst 20 Jahre alt, hat im Fußball aber schon eine Menge erreicht. Corinna Schröder spielt in der Bundesliga, ist U 23-Nationalspielerin und stand jetzt mit dem FCR Duisburg schon zum zweiten Mal im Pokalfinale.

Die Nachbarn von Corinna Schröder störte es herzlich wenig, dass die junge Fußballerin nicht mit dem ersten großen Titel ihrer noch jungen Laufbahn nach Dingden zurückgekehrt war. „Der Akazienweg grüßt Corinna – Pokalendspiel“, war auch vier Tage nach dem verlorenen DFB-Pokalfinale noch auf einem Spruchband am Haus ihrer Familie zu lesen. Und auch die 20-Jährige, die seit vier Jahren für den FCR 01 Duisburg in der Bundesliga spielt, erweckte nicht mehr den Eindruck, als hätte sie die unglückliche 2:5-Niederlage nach Elfmeterschießen gegen den FFC Frankfurt noch nicht verdaut.

„Natürlich waren wir nach dem Spiel enttäuscht. Vor allem, weil wir in der zweiten Halbzeit die bessere Mannschaft waren“, sagt Corinna Schröder, um im gleichen Atemzug aber vom Finale selbst zu schwärmen. „Es ist immer wieder ein schönes Erlebnis, in diesem Stadion zu spielen“, erzählt die Dingdenerin, die bereits zum zweiten Mal im Olympiastadion auflaufen durfte. 2003, mit nur 16 Jahren, gehörte sie schon zum Aufgebot des FCR. Auch damals scheiterte der Bundesliga-Zweite, der in der Meisterschaft zwei Spieltage vor dem Saisonende nur noch theoretische Chancen auf den Titel besitzt, am FFC Frankfurt (0:1).

Bei BW Dingden begonnen

Und für Schröder hat das Fußballjahr auch noch in einem dritten Punkt einen unglücklichen Verlauf genommen. Als Fan des 1. FC Schalke 04 musste sie mit ansehen, wie die Königsblauen den sicher geglaubten Titel auf der Zielgeraden verspielten. Das ändert jedoch nichts daran, dass Corinna Schrö innerhalb kürzester Zeit eine bemerkenswerte Entwicklung hingelegt hat. Von BW Dingden, wo sie bis zur D-Junioren kickte, wechselte sie ins Mädchen-Team des HSC Berg und wenig später zum SV Brünen. Da hatten die Späher längst das große Talent der Linksfüßerin erkannt. Der Wechsel zum FCR Duisburg in die dortige U 17 kam 2001 ganz zwangsläufig. Zwei Jahre später debütierte sie in der Eliteklasse. In Wolfsburg stand sie direkt in der Anfangsformation. „Bis zur 70. Minute, danach war ich platt“, gibt Schröder zu, die im nächsten Jahr ihre Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau abschließen möchte. Kein einfaches Unterfangen, wenn man bedenkt, dass sie fünf Mal in der Woche zum Training nach Duisburg fährt.

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Der steile sportliche Aufstieg des Youngsters setzte sich aber trotz der Doppelbelastung fort: Erst der Stammplatz auf der linken Seite der Viererkette beim FCR und dann die ersten Berufungen in die Nachwuchsteams des DFB. Im letzten Jahr war sie bei der Weltmeisterschaft der U 20 in Russland mit von der Partie.

„Ein besonderes Gefühl“

„Das war schon ein ganz besonderes Gefühl, plötzlich Nationalspielerin zu sein und vor dem Spiel die Hymne zu hören“, sagt sie und schlägt den Bogen wieder zum Pokalendspiel, bei dem die Hymne vor dem Finale ebenfalls erklingt. Im Frauenfußball hat der Pokal-Wettbewerb eben einen wesentlich höheren Stellenwert als die Meisterschaft. Diesen Cup einmal zu gewinnen - das wär’s für Corinna Schröder.

Und ihre weiteren Ziele ? „Zunächst einmal mit der U 23 am Nordic-Cup in Finnland teilnehmen und dann vielleicht den Sprung in die A-Nationalmannschaft schaffen“. so die 20-Jährige. Zuzutrauen ist es Corinna Schröder allemal.

(RP)
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