Lokalsport: Ein Neuaufbau beim SV Schermbeck

Lokalsport : Ein Neuaufbau beim SV Schermbeck

Der neue Trainer Thomas Falkowski steht beim Fußball-Westfalenligisten vor einer anspruchsvollen Aufgabe, weil nur elf Akteure der bisherigen Mannschaft geblieben sind. Mittelfristig will er mit dem SVS in die Oberliga aufsteigen.

Alleine die Zahlen sind schon aussagekräftig genug. 14 Neuzugängen stehen elf Abgänge gegenüber, nur elf Akteure aus dem Kader der vergangenen Saison sind geblieben. Hinzu kommt ein neues Trainer-Team. Beim Fußball-Westfalenligisten SV Schermbeck hat sich das Personalkarussell kräftig gedreht. Damit ergibt sich die erste Zielsetzung von Neu-Trainer Thomas Falkowski auch ganz zwangsläufig. "Wir wollen den Umbruch so schnell wie möglich bewältigen", sagt der 34-Jährige, der Christoph Schlebach abgelöst hat.

Thomas Falkowski, der zuletzt drei Jahre den SC Hassel - in der vergangenen Saison in der Oberliga - betreut hat, brachte gleich sieben Kicker von seiner alten Mannschaft mit nach Schermbeck. "An der Mehrzahl dieser Spieler war der SVS schon in der Winterpause der vergangenen Saison interessiert", sagt der gebürtige Gelsenkirchener. Damals schien sich beim SC Hassel trotz eines neuen Vorstandes alles in den zugesagten Bahnen zu bewegen. Alle Akteure blieben beim Oberligisten. "Aber Mitte März war wieder von großen Einsparungen die Rede", sagt Falkowski. Das Hin und Her war sieben Spielern zu unsicher, sie folgten ihrem Coach. Darunter in Dominik Milaszewski auch ein Kicker, der schon für den SVS aufgelaufen ist.

Nun steht Thomas Falkowski vor der anspruchsvollen Aufgabe, aus den alteingesessenen Schermbeckern, seinen bestens bekannten Hasseler Schützlingen und sieben Nachwuchskräften aus der SVS-Jugend ein schlagkräftiges Team zu bilden. Und dabei nach Möglichkeit eine Grüppchenbildung zu verhindern. "Die Gefahr gibt es immer", gibt Thomas Falkowski zu. Deshalb sei es von besonderer Bedeutung, "wie wir als Mannschaft zusammenwachsen".

Seine ersten Erfahrungen stimmen Thomas Falkowski sehr zuversichtlich. "Die Spieler sind aufgeschlossen, sehr willig und ziehen super mit. Zwischenmenschlich sieht es sehr gut aus", lobt der 34-Jährige. Dabei weiß der Trainer, dass der wirkliche Härtetest erst noch folgt. Und zwar zu dem Zeitpunkt, wenn sich ein Stammteam herauskristallisiert. Die Frage ist für Falkowski, "wie sich dann diejenigen verhalten, die nicht zu den ersten 13, 14 Spielern gehören".

Derzeit wechselt der Trainer in den Testpartien noch munter durch, gewährt auch den gerade aus der A-Jugend aufgerückten Youngstern vermehrt Einsatzzeiten. "Sie müssen sich erst einmal an das Senioren-Tempo, die höhere Handlungsschnelligkeit gewöhnen. Das ist ein Lernprozess", sagt Falkowski. Bis zum Test beim Oberligisten VfB Homberg am kommenden Mittwoch sollen die Kicker feststehen, die für die erste Elf in die engere Wahl kommen. Benedikt Helling, der nach seinem Nasenbeinbruch gegen Dorsten-Hardt heute operiert wird, und Max Bönighausen, der voraussichtlich im Dezember eine neue Arbeitsstelle in Berlin antritt und aus beruflichen Gründen derzeit kaum an den Übungseinheiten teilnehmen kann, werden wohl kaum dazu zählen.

In Sachen Zielsetzung zeigt sich Falkowski für die erste Spielzeit noch zurückhaltend. "Wir müssen erst einmal kleinere Brötchen backen", sagt er. In die Rubrik einer guten Saison fiele ein Rang unter den ersten sechs oder sieben Teams. Der Coach nennt als Ziel aber auch, dass sich jeder Akteur weiterentwickelt und der SVS attraktiven Fußball spielt. Die Rückkehr in die fünfthöchste Klasse peilt der neue Schermbecker Trainer aber auch an. "Mittelfristig wollen wir schon in die Oberliga. In den nächsten zwei Jahren sollten wir angreifen", sagt Thomas Falkowski.

(RP)
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