Eishockey: EHC-Aus vertagt – EHV hat Coach

Eishockey : EHC-Aus vertagt – EHV hat Coach

Auflösung des EHC Wesel konnte gestern Abend nicht beschlossen werden. Dafür hätten laut Satzung 50 Prozent der Mitglieder zur Versammlung kommen müssen. Diese Hürde gibt's beim nächsten Treffen nicht mehr. Zdenek Kiklhorn wird neuer Trainer und Sportlicher Leiter des EHV 2009.

Die Tage des EHC Wesel sind noch nicht ganz gezählt. Doch das Aus des Eishockey-Clubs, der sich vor Wochen bei seiner jämmerlichen Jahreshauptversammlung in den Abgrund gestürzt hat, ist nur noch eine Frage der Zeit. Gestern Abend verhinderte einzig die Satzung, dass bei der nur zwölf Minuten dauernden außerordentlichen Mitgliederversammlung in der Eishalle die Auflösung des von einem Notvorstand geführten Vereins auf den Weg gebracht werden konnte. 50 Prozent der 141 Mitglieder hätten anwesend sein müssen, damit die Versammlung beschlussfähig ist. Nur 51 Stimmberechtigte kamen, was wegen der Ferien keine Überraschung war. Das Ergebnis einer Probeabstimmung ohne Gültigkeit war eindeutig. Es gab keine Stimme gegen eine Auflösung.

Neuer Termin: 13. August

Jetzt soll bei einer weiteren Versammlung am Donnerstag, 13. August, 19 Uhr, das Aus besiegelt werden. Dann steht auch nicht mehr die 50-Prozent-Marke als Hürde da, um den Club "vernünftig abzuwickeln", wie Carsten van Onna erklärte. Er bildet mit Magnus Egeling, Beate Landers und Margareta Malach den Notvorstand des EHC, der nur noch auf dem Papier besteht, nachdem Vorsitzender Heinz Hoffmann bei der Jahreshauptversammlung abgewählt worden war. Ursel Neu, die sich selbst zur Wahl vorgeschlagen und in geheimer Abstimmung gegen Hoffmann durchgesetzt hatte, stahl sich anschließend wie ihr ebenfalls gewählter Stellvertreter David Cornelis aus der Verantwortung. Spätestens das war der Anfang vom Ende des Clubs, dessen Mitglieder schon in Scharen abgewandert sind.

Der EHC Wesel ist fast Vergangenheit – gestern Abend übernahm kurz nach der Versammlung die Zukunft das Handeln in der Eishalle. Der nach der denkwürdigen Jahreshauptversammlung des EHC gegründete neue Verein EHV Wesel 2009 stellte bei einem Informationsabend den Mann vor, der in Doppelfunktion künftig in sportlicher Hinsicht das Sagen haben wird. Zdenek Kiklhorn ist Trainer der ersten Mannschaft, die in der Landesliga spielt, sowie Sportlicher Leiter des EHV und somit auch für die Jugendarbeit zuständig.

Vorsitzender Wolfgang Breuer hatte schon vor Wochen verkündet, dass Kiklhorn sein Wunschkandidat für den Posten sei. Jetzt wurde die Sache in trockene Tücher gebracht. Kiklhorn ist in Wesel ein alter Bekannter. Der 53-Jährige war schon einmal Trainer des EHC. Sein Vertrag wurde vom damaligen Vorsitzenden Hoffmann nach der Saison 2005/2006 überraschend nicht verlängert, obwohl der Coach mit derm Team in der Verbandsliga das Ziel Klassenerhalt erreicht hatte.

Saison finanziell abgesichert

"Wir brauchen einen Mann, der klar vorgibt, wo es sportlich langgeht. Das ist Zdenek Kiklhorn", sagte Breuer, der weitere gute Nachrichten hatte. Die erste Saison des neuen Clubs ist komplett abgesichert. Dafür sorgt ein Sponsor. "Das ist ein erster wichtiger Schritt in eine gute Zukunft", meinte Breuer.

Der EHV Wesel 2009 wird neben der ersten Mannschaft drei Nachwuchs-Team (Kleinschüler, Knaben, Jugend) ins Rennen schicken. Das ist möglich, weil zahlreiche Spieler vom EHC zum neuen Club gewechselt sind. Breuer hofft auf weitere Neuanmeldungen. "Wer vom EHC Wesel zu uns kommen will, kann kommen." Einen Jugendwart hat der Verein mittlerweile auch gefunden: Magnus Egeling.

(RP)
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