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Lokalsport: Die HSG Wesel nutzt ihre Chancen nicht

Lokalsport : Die HSG Wesel nutzt ihre Chancen nicht

Der Handball-Oberligist kassiert eine unnötige 19:24-Niederlage bei der SG Überruhr und bleibt auf dem drittletzten Platz. Das Team zeigt wieder Schwächen in der Offensive und liegt weiter nur einen Punkt vor den Abstiegsplätzen.

Es gab diese eine Szene in der Essener Halle an der Klapperstraße, die den derzeitigen Zustand des Handball-Oberligisten HSG Wesel ganz gut versinnbildlicht. Drei Weseler liefen in der Begegnung bei der SG Überruhr einen Tempogegenstoß. Nur ein gegnerischer Akteur stellte sich ihnen entgegen. Und wo landete der Ball schließlich? Beim Gegenspieler! Die Mannschaft von Sven Esser hat immer wieder ihre Möglichkeiten, nutzt diese aber einfach zu selten. Vor allem in den entscheidenden Momenten. Die HSG verlor deshalb am Samstag auch ihre vierte Auswärtspartie in dieser Saison und steckt nach dem 19:24 (10:12) in Überruhr weiter tief im Abstiegskampf. Die HSG hat als Drittletzter nur einen Punkt Vorsprung vor den beiden Abstiegsplätzen. wobei der einen Zähler schlechtere SV Neukirchen eine Begegnung weniger ausgetragen hat.

In kämpferischer Hinsicht wollte Sven Esser seinen Schützlingen hinterher überhaupt keinen Vorwurf machen. Die Gäste präsentierten sich von Beginn an wach und willig. Sie hielten in einem, so der HSG-Coach, "reinen Kampfspiel" immer voll dagegen. Der Start glückte auch richtig gut. Mit zwei Treffern in Folge brachte Fabian Gorris die Weseler mit 4:1 (8.) in Führung. Es sollten aber die einzigen beiden Feldtore des Rückraumspielers bleiben. Die SG Überruhr stellte nun von einer defensiven 6:0-Abwehrformation auf eine offensive 3:2:1-Deckung um. Das war eine Variante, mit der Esser eigentlich sogar von Beginn an gerechnet hatte. Und fortan lief es vorne nicht mehr rund bei der HSG.

Hinzu kam, dass die Gäste deutlich mehr Zeitstrafen und Siebenmeter gegen sich hinnehmen mussten, schon in Hälfte eins häufig in Unterzahl auf dem Parkett standen. "Ich sage selten etwas gegen Schiedsrichter, denn es bringt ja auch nichts. Aber es war schon so, dass man das eine oder andere gegen uns sicher nicht pfeifen musste", sagte Esser, der gleichzeitig aber feststellte: "Wir müssen uns an die eigene Nase fassen, haben die Tore in wichtigen Momenten einfach auch nicht gemacht."

Wie in der Phase acht Minuten vor dem Ende, als die Weseler noch einmal von fünf auf zwei Treffern (18:20) verkürzen konnten und wieder voll im Spiel waren, im Angriff aber zwei, drei Bälle leichtfertig wegschenkten. Überruhr nutzte die Fehler und zog vorentscheidend auf 22:18 (57.) davon. "Dann hat man es auch einfach nicht verdient", sagte Esser, dessen Team am Sonntag eine weitere schwierige Auswärtspartie beim LTV Wuppertal vor sich hat. Nach einer dreiwöchigen Pause folgen dann wegweisende Kellerduelle gegen den Vorletzten SV Neukirchen und Schlusslicht TuS Lintorf.

HSG Wesel: A. Schnier, Hünting - Heffels (1), Borowski (2), Hauenstein, Pannen, Gorris (3/1), Pobric (1), Da. Weber, Rühl (1), Do. Weber (3), Kalus, C. Schnier (8/1), Schwarz.

(RP)