Lokalsport: Die Hoffnung lebt weiter beim HSC Berg

Lokalsport : Die Hoffnung lebt weiter beim HSC Berg

Der Aufsteiger hat den Klassenerhalt in der Fußball-Kreisliga A noch nicht abgeschrieben, obwohl er mit lediglich acht Punkten am Tabellenende steht. Für Zuversicht sorgt, dass sich die personelle Situation enorm verbessert hat.

Trainer Guido Dickmann hat mit dem HSC Berg im Jahr 2017 viel erlebt. Im Sommer feierte er mit dem Dorfclub den Aufstieg in die Fußball-Kreisliga A. Der Jubel kannte keine Grenzen, die Euphorie war riesig. Doch der HSC ist längst wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Die Mannschaft von Guido Dickmann ist als Tabellenletzter in die Winterpause gegangen - mit einer mageren Ausbeute von nur acht Punkten in 14 Spielen. Der Rückstand auf Rang 14, der auf jeden Fall die Rettung bedeutet, beträgt sechs Punkte. Vom drittletzten Rang, der zum Klassenerhalt reicht, wenn drei oder weniger Mannschaften aus dem Kreis Rees-Bocholt aus der Bezirksliga absteigen, trennen den HSC fünf Punkte.

"Das haben wir uns alle ganz anders vorgestellt", sagt Guido Dickmann, der in sein letztes Halbjahr als HSC-Trainer geht. Adolf Grill übernimmt im Sommer den Job. Das Ziel bis dahin ist klar. "Natürlich will ich einen A-Ligisten übergeben. Das wäre ein schöner Abschluss meiner langen Arbeit beim HSC Berg", sagt Dickmann. Die Hoffnung auf den Klassenerhalt lebt bei ihm. Mehr noch: "Wir glauben fest daran."

Der Übungsleiter nennt viele Gründe für die sportliche Talfahrt, die seine Mannschaft hingelegt hat. Um die müßige Aufarbeitung der unbefriedigenden ersten Saisonhälfte wäre er herumgekommen, wenn der HSC nach dem verheißungsvollen Start nicht völlig aus der Spur geraten wäre. In den ersten drei Partien holte sich der Aufsteiger vier Zähler aufs Konto. Er bezwang den Bezirksliga-Absteiger Olympia Bocholt mit 3:0 und trotzte dem hoch gehandelten SV Rees ein 3:3 ab. Der Neuling schien in der Liga angekommen zu sein. Und das ohne große Anlaufschwierigkeiten. Ein Start nach Maß. Das sah auch Guido Dickmann so. In der Rückbetrachtung sagt er: "Vielleicht lief es zu gut. Einige Spieler haben die Liga unterschätzt und gedacht, dass es einfach so weiter geht."

Die Formkurve aber zeigte nach den ersten drei Partien steil nach unten. Aus den nächsten sieben Spielen holte der HSC nur noch einen Zähler. Mit dem 3:2-Erfolg gegen die ebenfalls abstiegsgefährdete DJK Barlo konnte der Aufsteiger den Negativlauf stoppen. Doch es folgten drei weitere Niederlagen. Negativer Höhepunkt war das 1:8 bei Westfalia Anholt, bei dem der HSC einmal mehr Lehrgeld zahlen musste. "Die Kreisliga A ist stark. Das weiß jetzt jeder bei uns. Die Mannschaft hat die Situation angenommen und will unbedingt zeigen, dass sie es besser kann", sagt der HSC-Trainer.

Für Zuversicht sorgt, dass einige Kicker in den Kader zurückkehren. Mike Hülken, David Nakotte, Frank Bollmann, Peter Hufe und Philipp Natzel, die alle von Verletzungen geplagt waren, stehen nun wieder zur Verfügung. Die Trainingsintensität ist gestiegen. "Es gibt jetzt wieder einen Konkurrenzkampf", sagt Dickmann, der zwischenzeitlich alle Stürmer im Kader ersetzen musste. Der HSC war eigentlich für seine Qualitäten in der Offensive bekannt. Davon war nicht zuletzt wegen der Personalprobleme in der Kreisliga A bisher allerdings wenig zu sehen.

Zudem stand die Hintermannschaft nicht gerade sicher. 46 Gegentore sprechen eine deutliche Sprache. "Das sind zu viele Gegentore. Dennoch wollen wir weiter nach vorne spielen. Das macht uns stark", sagt der Übungsleiter, dessen Team noch zwei Nachholspiele in der Hinterhand hat. Unter anderem geht es gegen den punktgleichen VfL Rhede II, der auf dem vorletzten Rang steht. "Das ist natürlich ein richtungsweisendes Spiel", sagt der Coach. Er hat den Klassenerhalt fest im Blick. "Für den HSC Berg wäre der Abstieg sicherlich kein Weltuntergang. Aber wenn die Mannschaft den Liga-Verbleib schaffen sollte, dann würde sie das noch stärker machen." Und Guido Dickmann könnte richtig zufrieden in seine Fußball-Pause gehen.

(RP)