Reiten : Der Seriensieger

Mario Stevens gewinnt am Samstagabend vor 1800 Zuschauern als zweiter Reiter den Großen Preis von Gahlen zum zweiten Mal. Er ist damit beim vierten Turnierstart in Folge im Springen um den Großen Preis erfolgreich.

Mario Stevens hatte sich schon damit abgefunden, dass seine beachtliche Serie reißen würde. "Ich habe nicht mehr mit dem Sieg gerechnet", gab er zu. Schließlich hatte der 27-Jährige als vorletzter der drei Starter, die am Samstagabend bei Gahlen 2010 das Stechen im Springen um den Großen Preis erreicht hatten, mit D'Avignon am letzten Sprung gepatzt. Doch Alexander Hufenstuhl (Süttenbach) konnte mit Lacapo vor 1800 Zuschauern den Matchball, der ihm auf dem Silbertablett serviert worden war, im mit 10 000 Euro dotierten Drei-Sterne-Springen der Klasse S nicht nutzen.

Der letzte Reiter im Stechen leistete sich ebenfalls am letzten Hindernis einen Fehler und musste sich mit dem zweiten Rang begnügen, da er in 44,73 Sekunden klar langsamer war als Stevens (38,16), dessen Serie damit doch hielt. Der B-Kader-Reiter gewann beim vierten Turnierstart in Folge das Springen um den Großen Preis. Dritter wurde Joachim Heyer (Cappeln) mit Aquino (8/38,53).

Stevens konnte sein Glück kaum fassen. "Mensch, das war jetzt schon der vierte. . .", sagte der Jung-Profi aus Molbergen (Niedersachsen). Seine Serie hatte im November in Oldenburg begonnen. Anschließend triumphierte der 27-Jährige in Dresden, beim Master-League-Finale in Frankfurt und jetzt in Gahlen. Er schaffte zudem, was zuvor erst einem Reiter gelungen war. Mario Stevens ist nach dem früheren Europameister Christian Ahlmann erst der zweite Reiter, der den Großen Preis von Gahlen zum zweiten Mal gewonnen hat. 2004 war Stevens in der Halle Nierleistraße mit damals nur 21 Jahren zum ersten Mal erfolgreich.

"Ein ideales Turnier

Der B-Kader-Reiter war jetzt erstmals nach fünfjähriger Abstinenz wieder in Gahlen dabei. "Ich habe viele gute Nachwuchspferde im Stall. Und Gahlen ist ein ideales Turnier, um sie zu testen", meinte Stevens, der tags zuvor mit dem zwölf Jahre alten Wallach D'Avignon schon das erste S-Springen der erneut perfekt organisierten Veranstaltung des RV Lippe-Bruch Gahlen gewonnen hatte.

Auch in dieser Prüfung wurde Alexander Hufenstuhl mit Lapaca Zweiter. Er haderte nach dem Stechen im Großen Preis ein wenig mit sich selbst. "Ich war mir meiner Sache wohl schon zu sicher und bin deshalb zu lässig an den letzten Sprung herangegangen", sagte der Rheinländer, der vor einem Jahr bei Gahlen 2009 ebenfalls das Stechen erreicht hatte. Er machte dem Veranstalter wie auch Sieger Mario Stevens ein Kompliment. "Die Bedingungen sind top. Die Leute hier geben sich unheimlich viel Mühe", meinte Hufenstuhl.

Nur 23 Starter

Allerdings gab's am Samstag einen kleinen Wermutstropfen für den RV Lippe-Bruch, für den Tiefdruckgebiet "Daisy" sorgte. Wegen des Schneefalls war die Resonanz im Parcours und auf den Rängen nicht so gut wie in den Jahren zuvor. Nur 23 Reiter starteten im Großen Preis, den rund 1500 Besucher weniger als üblich verfolgten. "Bei dem Wetter ist das aber immer noch ein guter Besuch", sagte Turnierleiter Heiner Nachbarschulte.

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(RP)