Lokalsport: Der PSV Wesel wacht viel zu spät auf

Lokalsport : Der PSV Wesel wacht viel zu spät auf

Der Fußball-Landesligist zeigt beim 1:3 in der Heimpartie gegen den VfL Rhede vor allem in der ersten Halbzeit eine enttäuschende Leistung. Nach dem Wechsel steigert sich die Mannschaft zwar. Doch die Niederlage geht in Ordnung.

Im Vorfeld war sich Björn Assfelder sehr sicher gewesen, dass seine Schützlinge auch gegen den VfL Rhede bestehen würden, wenn sie eine "vernünftige Leistung" zeigen. Nach dem Abpfiff war sich der Trainer des PSV Wesel immer noch sicher: "Mit einer vernünftigen Leistung hätten wir gewonnen." Nur: Von einer solchen konnte beim Fußball-Landesligisten gestern - vor allem in der ersten Hälfte - überhaupt keine Rede sein. Beim 1:3 (0:2) machte es der Gastgeber dem Rivalen aus dem Fußball-Kreis viel zu leicht. Der PSV steht nach der Niederlage weiter auf Platz zehn und hat neun Punkte Vorsprung vor dem Relegationsrang.

Für gewöhnlich schickt Assfelder seine Mannschaft mit einer ausgeklügelten Vorgabe auf den Rasen. Was immer der Matchplan gewesen sein sollte, er konnte gar nicht aufgehen, weil es an vielen grundsätzlichen Eigenschaften mangelte. Dem PSV unterliefen immer wieder unnötige Abspielfehler, die Laufbereitschaft stimmte nicht, kaum ein Kicker fand zu seiner Normalform, ganze Fehlerketten führten zu den Gegentreffern. Selten in dieser Saison dürfte es dem dreifachen VfL-Torschützen Meikel Junker so leicht gemacht worden sein.

Die Weseler waren von Beginn an von der Rolle. Das 0:1 (21.), obwohl es leicht zu verhindern gewesen wäre, war somit folgerichtig. Schon fünf Minuten später legte Meikel Junker nach, nachdem Oliver Vos - von seinen Mitspielern in Bedrängnis gebracht - kurz hinter der Mittellinie den entscheidenden Zweikampf verloren hatte. Bis zur Pause konnte sich der PSV zwar ein wenig stabilisieren. Nach vorne lief aber weiterhin nichts zusammen.

Ganz anders nach Wiederbeginn: Jetzt war der Gastgeber am Drücker und drängte auf den Anschluss. Nach einem Heber von Luis Blaswich klärte der Rheder David Rehms auf der Linie (53.). Vier Minuten später entschied sich Sebastian Eisenstein in guter Schussposition für ein Abspiel zu Admir Begic, das nicht ankam. So fiel das 1:2 erst in der 67. Minute, als Admir Begic nach einem Schuss von Christopher Abel erfolgreich abstaubte. "Wir haben nach der Pause hohen Aufwand betrieben. Und ein bisschen Pech war sicher auch dabei. Aber insgesamt war alles doch ein wenig zu schleppend", sagte Assfelder.

Immerhin gab sich seine Mannschaft nie auf. Auch nach dem 1:3 (82.), als Junker nach einem Eckball zu viel Platz hatte und aus kurzer Distanz einschoss, rannte der Gastgeber weiter an. Er kam noch zu Chancen durch die eingewechselten Bastian Rupsch (83.) und Stephan Sanders (88.). Alles in allem wachte der PSV aber viel zu spät auf. Rhede, das von Beginn an mehr Leidenschaft an den Tag legte, verdiente sich den Sieg redlich. "Die erste Halbzeit war eine Frechheit. Eine Erklärung habe ich dafür nicht. Vielleicht waren es die anstrengenden letzten Spiele", sagte Assfelder.

(RP)
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