Fußball: Das Schweigen auf den Rängen

Fußball : Das Schweigen auf den Rängen

Der FC Gütersloh war gestern beim SV Schermbeck in doppelter Hinsicht der Sieger. Nicht nur, dass sich der Tabellenletzte auf dem Rasen drei wertvolle Punkte im Abstiegskampf der Fußball-NRW-Liga holte. Auch das Duell auf den Rängen ging klar an den Gast aus Ostwestfalen. Knapp 30 Fans feuerten mit Trommeln und Gesängen ihre Mannschaft fast ununterbrochen an. Beim Anhang des Gastgebers herrschte dagegen Funkstille.

Das betretene Schweigen mag zum Teil angebracht gewesen sein, weil der bescheidene Auftritt der Mannschaft auch nicht gerade Anlass gab, auf der Tribüne in Begeisterungsstürme auszubrechen. Doch es bestätigte auch den Trend. Martin Stroetzel kann mit seinem Team längst nicht mehr auf die Unterstützung bauen, die der SVS einst hatte, als er zum Höhenflug ansetzte, der ihn bis hinauf in die Oberliga führte. Der Verein ist in Sachen Zuschauerzahlen das Schlusslicht in der Klasse. Die Schermbecker mögen noch stolz auf ihre Fußballer sein. Sie bringen dies aber nicht mehr dadurch zum Ausdruck, dass sie die Mannschaft sonntags auf dem Platz lautstark unterstützen. Dabei hätte das Team dies gerade jetzt bitter nötig.

Doch es scheint eine gewisse Selbstzufriedenheit eingetreten zu sein. Vor der hat Trainer Martin Stroetzel schon vor geraumer Zeit gewarnt. Der ehrgeizige Übungsleiter mag mit seinem Streben nach Perfektion mitunter etwas über das Ziel hinausschießen. Doch er weiß zu genau, dass der SV Schermbeck das Niveau, das er jetzt hat, nur halten kann, wenn er weiter hart für den Erfolg arbeitet. Das fängt im Vorstand, bei den Trainern und der Mannschaft an. Und das hört beim Umfeld auf – den Fans.

(RP)