Lokalsport: Christopher Kloß macht sich auf zu neuen Höhen

Lokalsport : Christopher Kloß macht sich auf zu neuen Höhen

Der Weseler startet am Samstag erstmals beim Zugspitz-Ultratrail. Beim 100 Kilometer langen Rennen müssen 5380 Höhenmeter gemeistert werden. Kloß hat sich monatelang auf den Lauf vorbereitet.

"Ich werde mich mit einem Lächeln auf den Weg machen", sagt Christopher Kloß und fühlt sich gut vorbereitet. Das sollten sein Kopf und sein Körper auch sein. Denn am Samstag startet der 34-Jährige beim Zugspitz Ultratrail-Lauf erstmals über die volle Distanz von 100 Kilometern. Dass es machbar ist, beweisen jedes Jahr aufs Neue zahlreiche Extremsportler. Auch der für den Hamminkelner SV startende Oliver Schumann hat es schon gepackt. Er wird um 7.15 Uhr in Grainau erneut am Start stehen, wenn sich das Teilnehmerfeld auf den 100 Kilometer langen Weg macht, bei dem 5380 Höhenmeter überwunden werden müssen.

"Die Motivation für solche Veranstaltungen ist schwer zu erklären. Vielleicht geht es darum, sich zu beweisen, dass man Grenzen verschieben kann", sagt Kloß, der erst 2012 seinen ersten Marathon gelaufen ist, in seiner Jugend Fußball und Handball gespielt hat. "Wenn man einmal das Gefühl hat, seine Sportart gefunden zu haben, ist man auch bereit, mehr dafür zu tun."

Seit Dezember bereitet sich der Athlet von HADI Wesel gezielt auf diesen Tag vor. Und der Lauf soll nach Möglichkeit auch am Samstag beendet werden. "Es wäre schön, im Hellen anzukommen. Dafür hätte ich bis 23.15 Uhr, also 16 Stunden Zeit", so Kloß. "Vorsichtshalber habe ich mir aber auch eine Stirnlampe gekauft."

Die ist bei Dunkelheit Pflicht, denn die Strecke führt teilweise durch hochalpines Gelände. Auch die letzten zehn Kilometer Abstieg sind berühmt-berüchtigt. "Mir haben viele Leute geraten, dort das Tempo rauszunehmen", sagt Kloß. Den größten Respekt hat der Weseler aber nicht vor der Länge der Strecke, sondern vor den Höhenmetern. "So etwas kann man als Flachlandtiroler hier einfach nicht trainieren", so Christopher Kloß, der deshalb regelmäßig in der Höhenkammer bei lediglich 75 bis 80 Prozent Sauerstoffsättigung geschwitzt hat.

Ohne diese Methode wäre der Zugspitz Ultratrail für Kloß wohl auch nicht zu bewältigen. Denn der Banker-Beruf lässt nicht nach Belieben Trainingseinheiten zu. "Meine Frau guckt schon mal komisch, wenn sie in den Terminkalender schaut. Aber sie unterstützt mich", sagt der Weseler, der samstags auch schon mal um 3.15 Uhr aufsteht, um 50 Kilometer rund um Solingen zu laufen. Kritik an solchen Belastungen kann er weniger nachvollziehen. "Ich glaube, dass der Körper in der Lage ist, solche Strapazen ohne Schäden zu verkraften. Man muss aber auf seinen Körper hören, Verletzungen richtig auskurieren und natürlich auf die Ernährung sowie das richtige Training achten."

Apropos Ernährung: Beim Zugspitz Ultratrail verbraucht der Körper rund 8000 Kalorien, was etwa elf Fertigpizzen entspricht. Christopher Kloß: "Mein Magen möchte nach solchen Läufen erst mal gar nichts haben. Ich freue mich am meisten auf ein alkoholfreies Bier."

(RP)
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