BW Dingden gewinnt erstes Relegationsspiel gegen VfB Hilden II mit 2:1

Fußball : BW Dingden steht dicht vor dem großen Ziel

Der Bezirksliga-Vizemeister gewinnt sein erstes Relegationsspiel gegen den VfB Hilden II vor 1100 Zuschauern mit 2:1. Jetzt reicht am Mittwoch beim Kreis-Rivalen TuB Bocholt schon ein Remis zum Aufstieg in die Fußball-Landesliga.

BW Dingden hat das Tor zur Fußball-Landesliga weit aufgestoßen. Die Mannschaft von Trainer Dirk Juch gewann am Sonntag auf eigener Anlage vor 1100 Zuschauern ihr erstes Spiel der Bezirksliga-Aufstiegsrunde gegen den VfB Hilden II mit 2:1 (1:0). Damit reicht dem Team zum Abschluss der Relegation am Mittwoch, 19.30 Uhr, beim Kreis-Rivalen TuB Bocholt schon ein Remis, um zum dritten Mal in der Clubgeschichte den Sprung in die Landesliga zu schaffen. Denn der VfB Hilden II und TuB Bocholt hatten sich zum Auftakt am Donnerstag mit einem 2:2 getrennt.

Der Jubel nach dem hart erarbeiteten Sieg war bei Spielern, Offiziellen und Fans von BW Dingden nach der vor allem von der Spannung lebenden Partie groß. Trainer Dirk Juch holte sein Personal dann aber schnell auf den Boden zurück, als er die Spieler kurz darauf im Kreis versammelte. „Wir haben noch nichts erreicht“, sagte der Coach, um den Blick der Kicker gleich für die entscheidende Aufgabe zu schärfen.

Der Aufstieg, mit dem sich der Verein selbst das schönste Geschenk zu seinem 100-jährigen Bestehen bereiten würde, ist sicherlich noch nicht in trockenen Tüchern. Doch BWD hat’s zum einen geschafft, einen Konkurrenten, den VfB Hilden II, aus dem Rennen um den Platz in der Landesliga zu werfen. Zum anderen hat die Mannschaft den nicht zu unterschätzenden Vorteil, dass sie am Mittwoch beim Nachbarn TuB nicht gewinnen muss, der Gastgeber aber, wenn er in die höhere Klasse will.

Denn dass die Relegation zum großen Teil auch eine Kopfsache ist, hat die Partie am Sonntag bewiesen. Der größte Gegner der Blau-Weißen beim Duell vor beachtlicher Kulisse waren die eigenen Nerven. Beide Teams waren auf dem Rasen am Mumbecker Bach zunächst vor allem darauf bedacht, nur keinen Fehler zu machen, um dem Kontrahenten keinen Vorteil zu verschaffen. „Wir haben sicherlich in dieser Saison schon viel besser gespielt. Man hat der Mannschaft angemerkt, dass der Druck enorm groß war, weil bei einer Niederlage schon alles vorbei gewesen wäre“, sagte Juch.

Robin Volmering (am Ball), der nach seinem Nasenbeinbruch eine Hälfte lang mit einer Gesichtsmaske spielte, fehlt nach seiner fünften Gelben Karte am Mittwoch. Foto: Martin Büttner

Doch BW Dingden hielt dem stand, auch wenn es sich der Gastgeber auf dem Weg zum Erfolg selbst teilweise unnötig schwer machte. Das Team hatte in der ersten Halbzeit mehr vom Spiel und auch die klar besseren Chancen. Mohamed Salman (15.), der frei vor dem Tor am Hildener Keeper scheiterte, Steffen Buers (16., 32.) sowie Sebastian Kamps (20.), der bei einer Doppelchance erst nur die Latte traf und den Ball dann aus kurzer Distanz über das Gehäuse setzte, hätten schon in Hälfte eins für einen klaren Vorsprung sorgen können. Erst Kevin Juch (32.), der das Spielgerät nach einem Freistoß von Robin Volmering aus kurzer Distanz zum 1:0 ins Tor spitzelte, sorgte dafür, dass sich die Kräfteverhältnisse auf dem Feld wenigstens halbwegs im Resultat niederschlugen.

Doch Sicherheit verlieh der Führungstreffer BW Dingden nicht. Die Mannschaft agierte fortan zu defensiv und gestattete es den oft nur mit hohen Flanken in den Strafraum agierenden Gästen, besser ins Spiel zu kommen. Und auch das 2:0 von Deniz Tulgay (67.), der einen Freistoß aus spitzem Winkel sehenswert verwandelte, sorgte nicht dafür, dass BWD die Aufgabe nun mit der nötigen Ruhe anging. Zumal der Gast nur fünf Minuten später seine einzige zwingende Chance zum Anschlusstreffer durch Giacomo Russo nutzte.

Der VfB Hilden II setzte nun alles auf eine Karte. BW Dingden machte sich dagegen das Leben selbst schwer. Die Mannschaft schöpfte bei guten Konterchancen nicht ansatzweise das fußballerische Potenzial aus, das zweifelsohne in ihr steckt. Zudem störte sie Hilden im Aufbau nicht energisch genug. Deshalb musste richtig gezittert werden, obwohl der Gegner am Ende nur noch neun Kicker auf dem Rasen hatte. Torhüter Michael Miler (88.), der von Feldspieler Moritz Holz ersetzt wurde, und Torschütze Giacomo Russo (89.) gingen verletzt vom Platz – sein Auswechselkontigent hatte der VfB II da schon ausgeschöpft. Der Gast versuchte alles, brachte das Tor des guten Dingdener Keepers Johannes Buers aber auch in der fünfminütigen Nachspielzeit nicht mehr in Gefahr. „Wir haben gegen einen Gegner, der nie aufgesteckt und alles versucht hat, gewonnen. Und nur das zählt“, sagte Juch, der mit seinen Kickern nach einer langen Saison jetzt dicht vor dem großen Ziel steht. Ein Punkt fehlt noch zum Aufstieg passend zum Jubiläum.

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