BW Dingden der Favorit im Derby

Fußball : BW Dingden ist der Favorit im Derby

Der Spitzenreiter der Bezirksliga empfängt am Sonntag zum Lokalduell den Hamminkelner SV. Der ist nur Außenseiter, hat das letzte Aufeinandertreffen aber für sich entschieden. Vorfreude herrscht auf beiden Seiten.

Derbyzeit im Stadion am Mumbecker Bach in Dingden: am Sonntag stehen sich um 15 Uhr die Fußball-Bezirksligisten BW Dingden und Hamminkelner SV im Meisterschaftsspiel gegenüber. Die Lokalrivalen sind gerade mal zehn Kilometer voneinander entfernt beheimatet und wer die besondere Atmosphäre dieser Duelle kennt, der fiebert diesem Spiel entgegen.

Einer, der diese Partie bereits viele Male miterlebt hat, ist Dirk Juch. Der Trainer der Dingdener weiß um die Besonderheit dieses Stadtteilduells. Und der Coach darf diesmal mit breiter Brust in diese Begegnung gehen. Denn sein Team ist immerhin Tabellenführer und trotzte zuletzt einem der großen Titelfavoriten, dem SC 1920 Oberhausen, ein beachtliches 1:1 ab. „Diese schwere Prüfung haben wir mit Bravour bestanden, so dass wir nun als Spitzenreiter ins Derby gehen. Wir spielen zu Hause. Wir erwarten viele Zuschauer. Wir brennen auf den Sonntag”, kündigt Juch an.

Dass er mit der aktuellen Form auch automatisch die Favoritenrolle inne hat, stört ihn wenig. „Damit können wir gut leben”, sagt der BWD-Coach, der aber nicht vergessen hat, dass vor etwa einem Jahr die Dingdener schon einmal als Nummer eins in dieses Prestigeduell gingen und dann am Ende mit 0:1 das Nachsehen hatten. Als gebranntes Kind, so sagt er, habe er allerdings seine Lehren daraus gezogen: „Das wird sich nicht wiederholen.”

Juch legt dabei eine Selbstsicherheit an den Tag, die auch durchaus berechtigt ist, weil sein Team glänzend in die Spielzeit gestartet ist und die nahezu optimale Ausbeute erreicht hat - 16 von 18 möglichen Punkten holten die Blau-Weißen. Auch wenn Dirk Juch am Wochenende auf Steffen Buers (Knieverletzung) und Philipp Rensing (Knieverletzung) verzichten muss und zudem hinter dem Einsatzn von Mathis Schluse (Faserriss in der Wade) und Timo Holtkamp (Handverletzung) noch ein Fragezeichen steht, bleibt der erfahrene Coach gelassen. „Ich glaube, dass wir dennoch in der Lage sind, den Hamminkelner SV zu besiegen.“

Sein Gegenüber ist da schon ein wenig vorsichtiger. Michael Tyrann, beim HSV seit dieser Spielzeit in der sportlichen Verantwortung, kommt mit der bitteren Erfahrung von zwei Niederlagen aus den vergangenen zwei Spielen nach Dingden und beklagt zudem gravierendere Personalsorgen. Neben Jörn Bergendahl, der nach seiner Bänderverletzung noch pausieren muss, werden in Marius Laub (Adduktorenblessur), Maximos Fachantidis (Bänderdehnung), Pascal Bongers, Tom Wirtz und Bervedan Mengülogul (alle Urlaub) noch fünf weitere Akteure definitiv nicht zur Verfügung stehen. Dafür sind Tom Klump, Pascal Krause und aller Voraussicht nach auch Co-Trainer Peter Hütten wieder mit von der Partie. Vor allem das Mitwirken von Hütten wertet Tyrann als gutes Omen. „Mit ihm haben wir zehn Punkte in den ersten vier Spielen gesammelt. Ohne ihn haben wir keinen einzigen Zähler geholt”, sagt der HSV-Coach. 

Nicht zuletzt deshalb wächst die Vorfreude auf die Partie auch in Hamminkeln. „Wir fahren sicher nicht nach Dingden, um dort die Punkte abzuliefern”, sagt Tyrann. Und wird dann noch ein wenig forscher: „Wir spielen auf Sieg und wollen den Zuschauern zeigen, dass die ersten, erfolgreichen Spiele kein Zufall waren.” Zwischen den beiden befreundeten Trainern allerdings herrschte in dieser Woche Funkstille. Beide telefonieren ansonsten regelmäßig miteinander.

Trainer Michael Tyrann verlor zuletzt zweimal mit dem HSV. Foto: FUNKE Foto Services/Oliver Mengedoht

Aber auch hier gelten vor dem Derby andere Gesetze. „Doch unabhängig davon, wer am Sonntag gewinnen wird”, so der Gästetrainer, „werden wir nach dem Spiel definitiv ein Bierchen miteinander trinken.”

Mehr von RP ONLINE