Breitensport : BSG Dingden schließt ihre Pforten

Der Verein löst sich zum 31. Dezember auf. Die Verantwortlichen im Vorstand wollen kürzer treten. BW Dingden übernimmt das Sportangebot. „Es ändert sich nichts – nur der Name“, sagt BSG-Chef Alfons Menning.

Erst einmal in den Urlaub: Lange hatten Alfons Menning und seine Frau Gerlinde darauf gewartet. Einfach weg, ohne mit den Gedanken in der Heimat zu verweilen, ohne immer wieder sorgenvoll den Kontakt zum geliebten Verein zu halten. „Wir waren jede Woche immer dienstags und freitags durch den Verein vor Ort eingespannt. Wir wollten mal wieder freier sein“, sagt Alfons Menning. Am 31. Dezember schließt sich das Vereinskapitel. Die BSG Dingden wird es dann nicht mehr geben. Ab 1. Januar geht der kleine Club im großen Nachbarn BW Dingden auf. „Es ändert sich nichts, nur der Name“, versichert Menning. Trotz der neugewonnenen Freiheit blutet dem 64-Jährigen das Herz. 1969 hatte Alfons Menning den Verein mitgegründet.

Damals Anlaufpunkt für Kriegsversehrte, konzentrierte sich die BSG zuletzt mehr auf den Rehasport. 45 Mitglieder zählt der Verein, zu Spitzenzeiten gingen rund 130 Sportler ihrem Hobby bei der Behindertensport-Gemeinschaft nach. Schwimmen, Leichtathletik, Turnen, Kegeln, Boßeln – in vielen Sportarten nahmen die Dingdener sogar erfolgreich an Turnieren teil. „In der Leichtathletik haben wir etliche Preise gewonnen. Im Schwimmen waren wir auch außerhalb von Nordrhein-Westfalen sehr erfolgreich. Als viele Mitglieder dann älter geworden sind, kamen keine jüngeren mehr nach“, sagt Menning, der 28 Jahre lang die Geschicke des Vereins im Vorstand geleitet hat.

So war es auch ein Ding der Unmöglichkeit, Nachfolger zu finden. „Ich wollte schon vor fünf Jahren aufhören – da ist nichts passiert. Vor drei Jahren auch nicht. Jetzt war klar: Meine Frau und ich machen auf jeden Fall Schluss“, so Menning.

Im Saal der Gaststätte „Jagdemann“ trafen sich die BSG-Mitglieder zur letzten Weihnachtsfeier. Foto: Christian Creon

Im Sommer nahm er vorsichtig Kontakt zu BW Dingden auf. Dann ging alles ganz schnell. BWD-Hauptvorstand Uli Krahn hieß die Nachbarn gerne willkommen. Die Dingdener übernehmen die Schwimmbad- und Hallenzeiten und führen das Angebot als Seniorensport unverändert weiter. 35 der 45 aktuellen BSG-Mitglieder – das älteste ist 92 Jahre alt – werden den Wechsel mitmachen. „Der Rest will sich das neue Angebot erst einmal in Ruhe anschauen“, sagt Alfons Menning.

Tochter Stefanie Terörde wird als Übungsleiterin weiter mit dabei sein. Menning war selbst viele Jahre als Übungsleiter im Einsatz. „Die Lizenz läuft bald aus, die hätte ich verlängern müssen. Das wollte ich auch nicht mehr.“

Künftig will BW Dingden auch den Rehasport anbieten. Alfons Menning: „Sie wollen die Leute entsprechend ausbilden und bringen die Anträge an den Landesportbund auf den Weg.“

Gemeinsam mit seiner Frau Gerlinde will Alfons Menning weiterhin sportlich aktiv bleiben. „Selbstverständlich bleiben wir Mitglieder. Wir gehen weiter zum Sport. Ab jetzt eben, weil es uns Spaß macht, ganz ohne Verpflichtungen, und nicht, weil wir vor Ort sein müssen“, sagt er. Jetzt geht es aber erst einmal in den Urlaub. Und dann, am letzten tag des Jahres, ist endgültig Schluss.

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