Fußball: Bittere Pleite für den SVS

Fußball : Bittere Pleite für den SVS

Der abstiegsgefährdete Fußball-NRW-Ligist schlägt sich beim 0:5 gegen Arminia Bielefeld II selbst, weil er bei den ersten drei Gegentoren schwer patzt. Trainer Stroetzel: "Das ist eine herbe Klatsche, aber kein Rückschritt."

Stefan Schröder ging als letzter Spieler vom Platz. Er hatte einen weiten Weg in die Kabine. Gut 100 Meter war er lang. Der Torhüter des SV Schermbeck legte ihn mit gesenktem Kopf zurück. Denn er wusste genau, welchen Schaden er gestern beim Versuch des Fußball-NRW-Ligisten angerichtet hatte, weiteren Boden im Abstiegskampf gutzumachen. Das ging vom Ergebnis her gründlich daneben. Der Vorletzte verlor die Heimpartie gegen den Fünften Arminia Bielefeld II mit 0:5 (0:2), nachdem Schröder bei den Gegentoren Nummer eins und drei schwer gepatzt hatte.

Eine bittere Pleite, zumal der Rückstand zum rettenden Ufer jetzt wieder neun Punkte beträgt. Doch wer das Spiel nicht gesehen hat, wird den Satz nicht verstehen, den Trainer Martin Stroetzel nach dem Abpfiff sagte. "Das ist eine herbe Klatsche, aber kein Rückschritt", stellte der Übungsleiter fest. Die Analyse war treffend. Denn der Gastgeber hatte eines seiner besten Spiele vor eigenem Publikum abgeliefert, aber trotzdem die höchste Niederlage der Saison kassiert. "So ist Fußball eben", sagte Stroetzel.

Ersoy vergab große Chance zum 1:0

Der SV Schermbeck begegnete der Arminia auf Augenhöhe, war sogar das Team mit den besseren Chancen. Der entscheidende Unterschied war nur, dass sich der Gast keine folgenschweren Fehler leistete, der SVS aber. Er schlug sich selbst. Beim 0:1 (20.) ließ Schröder einen harmlosen Schuss ins Tor gleiten. Beim 0:2 (32.) störte die Abwehr nicht energisch. Als der Schermbecker Keeper dann beim 0:3 (49.) den Ball nach einer Ecke unterlief, war die Hoffnung auf eine Wende endgültig dahin, die Stroetzel in der Pause für möglich gehalten hatte. "Ich war überzeugt, dass wir die Partie noch drehen können, weil wir in der ersten Halbzeit mehr vom Spiel gehabt hatten", sagte er. Doch der SV Schermbeck nutzte schon da seine Chancen nicht. Seyit Ersoy hatte nur 60 Sekunden vor dem 0:1 die große Gelegenheit zur Führung für den SVS. Doch er hob den Ball frei stehend über das Tor.

Mannschaft steckte nicht auf

Dass die Mannschaft nach dem 0:3 nicht aufsteckte und alles versuchte, ein besseres Ergebnis zu erzwingen, passt ins Bild, das der SVS derzeit abgibt. Er ist nicht mehr mit dem Team zu vergleichen, das vor wenigen Wochen noch verunsichert über den Platz schlich. Der Gastgeber versuchte alles, ein besseres Ergebnis zu erzielen und hatte gute Chancen dazu. Doch er kassierte noch die Tore Nummer vier (73.) und fünf (85.), weil er nur auf Offensive setzte.

SV Schermbeck: Schröder - Konowski (68. Zepanski), Turgut, Djuliman, Hahn, Siebert (82. Turgut), Lachs, Poch (46. Köse), Woberschal, Ersoy, Lupitu.

(RP)
Mehr von RP ONLINE