Badminton-Zweitligist erwartet am Sonntag den Spitzenreiter BC Hohenlimburg

Badminton : BV Wesel Rot-Weiß will zurück an die Spitze

Der Neuling in der Zweiten Bundesliga, der überraschend auf Platz zwei steht, erwartet am Sonntag den Tabellenführer BC Hohenlimburg. Die Mannschaft hofft, dass sie sich für das 3:4 im Hinspiel revanchieren kann.

Eine Frage will der BV Wesel Rot-Weiß am Wochenende beantworten – am liebsten positiv. Können die Weseler im Top-Spiel der Zweiten Badmintion-Bundesliga gegen den BC Hohenlimburg am Sonntag (14 Uhr, Rundsporthalle) die Tabellenspitze zurückerobern? Einen Punkt und fünf Sätze Vorsprung haben die Gäste aus Hagen in der Statistik. Nur bei einem eindeutigen Erfolg würden die Weseler mit dem Kontrahenten wieder die Plätze tauschen.

Die Chancen, dass dies gelingen könnte, sieht Thorsten Hukriede bei 50 Prozent. „Ich rechne mit einer ganz knappen Partie“, sagt der dienstälteste Akteur im Aufgebot der Rot-Weißen. Das Hinspiel ging mit 4:3 knapp an Hohenlimburg. „Damals waren es aber ganz andere Voraussetzungen“, sagt Huk­riede. Auf Weseler Seite fehlte der belgische Spitzenspieler Marjin Put, Hohenlimburg ging ebenfalls ohne Miha Ivanic, die Nummer eins, an den Start. Diesmal dürften die beiden Top-Spieler dabei sein und damit im direkten Vergleich aufeinandertreffen. „Das ist ein ganz offenes Spiel. Schwer zu sagen, wie da die Tendenz ist“, sagt Hukriede, der sich auch bei den weiteren Duellen schwer tut, einen Favoriten festzulegen.

Einzig im Damen-Einzel siegt Huk­riede bessere Chancen für seine Mannschaft. Ella Diehl sollte unter normalen Umständen klar favorisiert sein. Sie konnte allerdings zuletzt aus familiären Gründen nur sehr eingeschränkt trainieren. „Es wird darauf ankommen, wie groß der Trainingsrückstand ist. Die Situation war schon vor unserem Spiel gegen Hamburg so. Da war sie schon nach dem Doppel sehr kaputt. Wir hoffen, dass sie fit ist“, so Mannschaftssprecher Hukriede, der guter Dinge ist, dass das Team in Bestbesetzung antreten kann. „Wir sind derzeit komplett.“

Dabei haben die Rot-Weißen auch Tim Vaessen auf dem Zettel. Zuletzt hatte der frischgebackene Papa eines kleinen Mädchens passen müssen. Hukriede: „Die Geburt ist jetzt drei Wochen her. Ich gehen davon aus, dass er wieder da sein wird.“

Gelingt die Revanche in der heimischen Rundsporthalle, dann führt im Titelrennen eindeutig kaum noch ein Weg an den Weselern vorbei. Den damit verbundenen Aufstieg würde der Verein aber aller Wahrscheinlichkeit nach nicht wahrnehmen wollen. „Wir haben das spaßeshalber in der Mannschaft schon einmal besprochen. Uns ist aber allen klar, dass wir in der aktuellen Besetzung nicht stark genug wären, um die Liga dann zu halten. Da ist dann die Frage: Will man das so?“, sagt Thorsten Hukriede. Um nicht chancenlos zu sein, müsste der Verein tief in die Tasche greifen, die Mannschaft verstärken.

Hinzu kämen steigende Kosten durch die weiteren Auswärtsfahrten. Hukriede: „Ich würde sagen, die Tendenz ist eher so, dass wir dann nicht in die Erste Liga gehen würden. Wir genießen jetzt erst einmal die aktuelle Tabellensituation. Wenn wir am Ende dann ganz oben stehen würden und die Wahl hätten, ob wir aufsteigen wollen, wäre das auch okay.“ Damit diese noch rein theoretische Luxussituation Realität werden könnte, müssen die Weseler aber erst einmal das anstehende Spitzenspiel gewinnen.

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