Badminton: Lena Fischer freut sich auf die Deutsche Meisterschaft in Wesel

Badminton : Lena Fischer träumt von einer DM-Medaille bei ihrem Heimspiel

Das Talent des BV Wesel Rot-Weiß freut sich auf die Deutsche Meisterschaft vor eigenem Publikum. Die 18-Jährige hofft, dass sie im Doppel und Mixed mit ihren Partnern am Wochenende wenigstens den Einzug ins Halbfinale schafft. Sie setzt sich vor den Titelkämpfen allerdings nicht unter Druck.

Die Sporttasche ist gepackt, die neuen Studienfreunde sind eingeladen und – ganz wichtig – der Sack mit der schmutzigen Wäsche steht auch schon bereit. Für Lena Fischer, Badminton-Talent des BV Wesel Rot-Weiß, gibt es gleich mehrere gute Gründe, sich auf das kommende Wochenende in der Heimat zu freuen. Die Waschmaschine im „Hotel Mama“ ist da nur einer. Die Deutschen Jugend-Meisterschaften, die der BV in der Rundsporthalle ausrichtet, der wichtigste.

Schon seit einigen Monaten reist Fischer nur noch an den Wochenenden in ihre Heimat. In Nordkirchen absolviert sie ein Duales Studium zur Diplom-Finanzwirtin. Vorlesungen, Klausuren und die plötzliche Eigenständigkeit – vieles ließ den geliebten Sport ein ums andere Mal etwas in den Hintergrund treten. „Während der Schule fiel mir vieles leicht, jetzt ist das etwas anderes. Mein Tagesablauf, mein Wohnort, mein Trainingsumfeld – alles hat sich geändert“, sagt Fischer, die ihr Abitur im Frühjahr mit einem Notendurchschnitt von 1,3 bestanden hat. „Jetzt lerne ich hier Steuerrecht, muss mich dazu daran gewöhnen, alleine zu wohnen. Nach dem Unterricht lerne ich oft drei, vier Stunden. Das ist es an manchen Tagen schon schwierig mit dem Sport.“

Mit ihren Mitspielern im Zweitliga-Team des BV kann sie so nur noch selten trainieren. Für die Auftritte des Tabellenführers und für Turniere bringt sich Fischer aktuell in Lüdinghausen in Form. „Dort bin ich unheimlich gut aufgenommen worden“, sagt die 18-Jährige, die ab Februar aber wieder in Wesel sein wird. Auf die Deutsche Meisterschaft in der Heimat freut sich die Studentin nun besonders. „Ich bin ja seit der Altersklasse U 13 dabei. Es ist schön zu erleben, dass man jetzt da steht, wohin man früher immer aufgeschaut hat. Und das vor eigenem Publikum. Es werden viele Leute da sein, die ich kenne und viele Freunde aus ganz Deutschland. Das ist schon toll“, sagt Fischer.

Sie geht in der Klasse U 19 mit Maria Kruse (SV GutsMuths Jena) und im Mixed mit Moritz Rappen (1. BC Beuel) an den Start. Beim deutschen Ranglisten-Turnier Anfang Oktober hatten Fischer und Kruse, die noch nicht allzu lange zusammenspielen, ihr Können unter Beweis gestellt. Im hessischen Hofheim gewann das Duo die U-19-Konkurrenz. „Wir kennen uns schon lange, haben aber immer nur gegeneinander gespielt. Das passt aber einfach bei uns.“ Mit Moritz Rappen belegte die Weselerin damals Platz zwei. Druck will sich Lena Fischer nicht machen. „Mein Fokus liegt auf meinem Studium und auf der Zweiten Bundesliga. Das lässt sich vor einem Turnier aber immer leicht sagen. Wenn man dann auf dem Platz steht, macht man sich dann doch wieder Druck“, sagt die angehende Finanzwirtin.

Sie kennen sich aus dem Effeff: Im Verein spielt Lena Fischer und mit Ella Diehl in der 2. Liga erfolgreich im Doppel. Foto: FUNKE Foto Services/Markus Joosten (2)
Bei dem schnellen Sport ist volle Konzentration gefragt. Foto: FUNKE Foto Services/Markus Joosten (2)

Im Mixed beschert die Auslosung Fischer und ihrem Partner im Viertelfinale das Duell mit einem Duo, gegen das es zuletzt zwei Niederlagen setzte. „Ich bin trotzdem recht optimistisch. Wir können das schaffen. Wenn wir ins Halbfinale einziehen würden, wäre das richtig gut. Im Doppel sehe ich das Halbfinale als realistisches Ziel. Wenn alles passt, können wir es ins Finale schaffen. Das wäre aber, wenn man ehrlich ist, schon sehr überraschend.“