Leichtathletik: Auestadion: achte Bahn und DM in Gefahr

Leichtathletik: Auestadion: achte Bahn und DM in Gefahr

Der Ausbau des Auestadions auf acht Bahnen, der nötig ist, damit in Wesel weiter Leichtathletik-Großveranstaltungen gestartet werden können, droht zu platzen.

Denn die 400 000 Euro, die für das Projekt im Haushalt 2010 bereitgestellt sind, reichen nur aus, um die Anlage mit einem Landeszuschuss zu modernisieren, was angesichts des desolaten Zustands der Laufbahn dringend notwendig ist. Die Erweiterung auf acht Laufbahnen würde zusätzliche 150 000 Euro kosten, für die derzeit keine Mittel im Etat vorgesehen sind. Das teilt das Sportdezernat in seiner Vorlage für die Sitzung des Schul- und Sportausschusses mit, der am Donnerstag, 18. März, um 16.30 Uhr im Ratssaal beginnt.

Die Folge ist klar: Gibt's kein zusätzliches Geld für die achte Bahn, wird die Deutsche Mehrkampf-Meisterschaft 2010 nicht, wie geplant, in Wesel stattfinden. Manfred Frach, Leichtathletik-Abteilungsleiter des Ausrichters Weseler TV, bestätigte dies gestern. "Wenn das Stadion nicht erweitert wird, steht der WTV als Ausrichter nicht zur Verfügung. Ohne achte Bahn ist Wesel als Veranstaltungsort nicht mehr wettbewerbsfähig", sagte er.

Fürs Training reichen sechs Bahnen

Der Verein hat dies auch dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) schon mitgeteilt. Eine Entscheidung muss jetzt bis Ende März fallen. "Die Politik muss sagen, was sie will. Wir als Verein können nur versprechen, dass wir weiter interessante Veranstaltungen anbieten werden, wenn eine Entscheidung für die achte Bahn gefällt wird. Alleine für das Training des Vereins und des Stützpunktes reichen aber auch sechs Bahnen", meinte Frach.

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Laut der Vorlage des Sportdezernats würde es 700 000 Euro kosten, die Laufbahn zu modernisieren und die Flutlichtanlage zu erneuern. Das ist ebenfalls erforderlich. Denn das Flutlicht entspricht nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Zudem ist der bestehende Schutz gegen Blitzeinschlag nicht mehr ausreichend. Das Land bezuschusst diese Arbeiten wahrscheinlich mit 300 000 Euro, weil das Auestadion ein Leichtathletik-Stützpunkt im besonderen Landesinteresse ist. Es ist aber nur ein so genannter Trainings-Stützpunkt und wird vom Land nicht als Veranstaltungs-Standort eingestuft. Die Erweiterung auf acht Bahnen wird deshalb nicht bezuschusst, da sie für das Training nicht zwingend erforderlich ist.

Manfred Frach hat keine große Hoffnung mehr, dass die seit Jahren gewünschte Erweiterung auf acht Bahnen kommt. "Wenn man realistisch ist, dann ist die Chance nicht sehr groß. Wo soll die Stadt die 150 000 Euro für die Erweiterung hernehmen?" sagte er.

Anstoss

(RP)