Lokalsport: Anadolu Spor fordert den PSV heraus

Lokalsport : Anadolu Spor fordert den PSV heraus

Bei der Weseler Stadtmeisterschaft zog der C-Ligist nach einem Sieg nach Elfmeterschießen gegen GW Flüren etwas überraschend ins Finale ein. Dort wartet Sonntag der PSV Wesel, der sich gegen Ausrichter Viktoria zu einem 2:1 mühte.

Die Halbfinalspiele der Weseler Fußball-Stadtmeisterschaften im Lippestadion brachten gestern Abend von den Ergebnissen zumindest eine Überraschung. C-Ligist Wesel Anadolu Spor egalisierte einen 1:4-Halbzeitrückstand gegen GW Flüren aus der Kreisliga B noch zum 4:4 und setzte sich im Elfmeterschießen mit 8:7 (4:4, 1:4) durch. Im zweiten Vorschlussrundenspiel quälte sich Landesligist PSV Wesel gegen den B-Ligisten und Ausrichter Viktoria Wesel zu einem 2:1 (1:1)-Sieg. Am Sonntag ab 14 Uhr stehen sich im Spiel um Platz drei Viktoria und GW Flüren gegenüber. Das Finale bestreiten ab 16 Uhr der PSV und Anadolu Spor.

"Ein Elfmeterschießen wäre verdient gewesen", ärgerte sich Viktoria-Trainer Wolfgang Hartje über den späten Treffer von Finn Tammer (68.) zur 1:2-Niederlage. Der Coach war aber vollauf zufrieden mit seiner Truppe, die "bis zum Umfallen gekämpft hat". Und sogar mit 1:0 in Führung gegangen war. Einen Freistoß lenkte Oliver Vos ins eigene Tor (4.). Dass die Weseler die Begegnung jederzeit bestimmten, verwunderte bei den drei Klassen Unterschied kaum. Doch dem PSV fiel bei seinen Bemühungen herzlich wenig ein. "Wir hatten kein Tempo im Spiel und unsere Lösungen waren nicht wirklich gut", sagte Trainer Björn Assfelder.

Erst in der 30. Minute kam der haushohe Favorit durch Necati Güclü zum Ausgleich. Auch in Überzahl - Boris Mihaljevic hatte wegen Handspiels die Ampelkarte gesehen - blieb der PSV seine Qualität schuldig, Viktoria stemmte sich mit aller Macht gegen einen zweiten Gegentreffer. Bis zwei Minuten vor dem Spielende auch erfolgreich. "So hatten wir uns das nicht vorgestellt, aber die Zuschauer hatten ihren Spaß. Schließlich wollen alle den Favoriten stürzen sehen", sagte Assfelder, dessen Elf im Finale auf eine vier Klassen tiefer angesiedelte Mannschaft trifft. "Für diese Liga haben die aber eine gute Truppe", sagte der PSV-Coach.

Eine recht kuriose und spannende Partie hatten sich zuvor Flüren und Anadolu Spor geliefert. Obwohl der C-Ligist auch schon in der ersten Hälfte mit den Grün-Weißen aus Flüren auf Augenhöhe agierte, geriet er scheinbar aussichtslos mit 1:4 ins Hintertreffen. "Da haben wir noch gut gekontert", berichtete GWF-Trainer Sascha Faßbender. Marc Ressel (10.) und Pascal Baumgart (16./29.) sorgten für eine scheinbar beruhigende 3:0-Führung Flürens. Den Anschluss von Kevin Krebs (31.) konterte Baumgart nach gelungener Kombination - 4:1 (32.).

Doch die vorne zwar gefährlichen, in der Abwehr aber immer mehr schwimmenden Grün-Weißen verspielten den komfortablen Vorsprung. "Ein 4:1 abzugeben, das ist schon bitter. In die zweite Hälfte haben wir aber gar nicht mehr reingefunden, da war das 4:4 für uns eher glücklich", so Faßbender. "Das Remis war nach der sehr harten Vorbereitung schon verdient" sagte Anadolu-Trainer Osman Ali Demir.

Ismail Hamzaoglu (41.), Kevin Krebs mit Unterstützung von GWF-Keeper Yannick Winkin (43.) und ein Eigentor vom dreifachen Torschützen Baumgart (55.) brachten die Teams ins Elfmeterschießen. Dort avancierte der gerade erst aus Flüren gekommene Keeper Jakub Cieslik zum Matchwinner, der die Strafstöße von Ressel und Marvin Prietzel entschärfte. So trafen nur Baumgart, Tanju Sayman und Niklas Lange für GWF, während Firat Samhal, Burak Gümüs, Abdurrhaman Aydin und Bervedan Mengülogul keine Nerven zeigten.

(RP)