Fußball Aden wirft hin – Schlebach neuer Coach

Schermbeck · Trainer des Fußball-Westfalenligisten SV Schermbeck erklärt Rücktritt. "Ich lasse mich in meiner Art nicht verbiegen", sagt Holger Aden. Christoph Schlebach, der unter Martin Stroetzel spielender Co-Trainer war, ist sein Nachfolger.

 Das Kapitel Holger Aden beim SV Schermbeck ist nach nur 225 Tagen beendet. Der frühere Bundesliga-Stürmer trat erst im Januar die Nachfolge von Martin Stroetzel an, der fast 15 Jahre auf der Bank des SV Schermbeck gesessen hatte.

Das Kapitel Holger Aden beim SV Schermbeck ist nach nur 225 Tagen beendet. Der frühere Bundesliga-Stürmer trat erst im Januar die Nachfolge von Martin Stroetzel an, der fast 15 Jahre auf der Bank des SV Schermbeck gesessen hatte.

Foto: Jürgen Bosmann

Das Kapitel Holger Aden beim SV Schermbeck ist nach nur 225 Tagen beendet. Der frühere Profi leitete am Dienstagabend zum letzten Mal eine Übungseinheit beim Fußball-Westfalenligisten. Anschließend informierte Aden die Kicker in der Kabine darüber, dass er als Trainer des SVS zurückgetreten ist. Allerdings nicht erst am Dienstag. Der 48-Jährige, seit Mitte Januar im Amt, hatte bereits am vergangenen Donnerstag nach dem 0:1 im Kreispokalspiel in Sinsen die Brocken hingeworfen. Der Vorstand bat Aden aber darum, Stillschweigen zu bewahren und den Job zu machen, bis ein Nachfolger gefunden ist.

Die Suche dauerte nicht lange. Zumal die Lösung auf der Hand lag. Der frühere Spieler Christoph Schlebach (45) ist neuer Coach. Er wird heute erstmals das Training leiten. Schlebach wäre schon im Januar, als die Ära Martin Stroetzel nach vierzehneinhalb Jahren zu Ende ging, die erste Wahl gewesen. Damals stand er aber noch bis 2014 beim Oberligisten TV Jahn Hiesfeld unter Vertrag, wo er im Mai beurlaubt worden ist. Deshalb war jetzt der Weg zurück zum SVS frei.

"Ich wollte eigentlich eine längere Pause einlegen. Der SV Schermbeck ist der einzige Club, der das ändern konnte. Denn ich habe zu diesem Verein wie zu meinem Stammclub SC Hassel ein besonders Verhältnis", sagte Schlebach. Er hat einen Vertrag bis 2015 unterschrieben und will mit dem SVS in der Westfalenliga spätestens in der nächsten Saison oben mitspielen. "Denn Mittelmaß ist nicht mein Ding." Stroetzel, unter dem Schlebach von 2002 bis 2005 spielender Co-Trainer war, begrüßte die Verpflichtung. "Das ist eine gute Lösung für den Verein, weil Christoph Schlebach das Umfeld bestens kennt und ein gutes Netzwerk mit vielen Kontakten hat."

Schlebach, der mit einigen Spielern des SVS noch in einem Team gekickt oder sie trainiert hat, war am Sonntag beim 3:0-Heimsieg des Westfalenligisten gegen die SpVgg Vreden bereits unter den Zuschauern. Sein Vorgänger hatte da mit dem SV Schermbeck schon abgeschlossen. "Ich lasse mich in meiner Art nicht verbiegen. Deshalb habe ich aufgehört", sagte Holger Aden gestern. Entscheidend für seinen Schritt sei ein Disput mit Vorstandsmitglied Günter Beck beim Pokalspiel in Sinsen gewesen. Aden hatte seine Kicker da im rüden Ton lautstark aufgefordert, eine etwas härtere Gangart einzuschlagen, weil der Gegner teilweise unfair eingestiegen war. Beck hatte den Coach aufgefordert, so etwas zu unterlassen. Nach der Partie wurde Aden auch vom Vorstand gebeten, sich an der Linie etwas besonnener zu verhalten. Er zog die Konsequenzen daraus.

"Ich bin bei den Spielen mit sehr viel Emotionen dabei. Und ich wollte jetzt nicht an der Bank stehen und mir jedes Mal überlegen, was ich sagen darf und was nicht", meinte Aden. Einige Tage zuvor hatten sich Spieler beim Vorstand unter anderem auch über den Umgangston des Trainers beschwert. "Das waren aber Kinkerlitzchen – ausgelöst von zwei oder drei unzufriedenen Akteuren, die als Heckenschützen aufgetreten sind. Die Sache wurde ausgeräumt", sagte der Ex-Profi. Die Arbeit beim SVS habe ihm grundsätzlich Spaß gemacht. Er habe nur "Probleme mit einem Teil der heutigen Spielergeneration". Aden: "Einige Akteure wollen nur in den Arm genommen werden. Kritik können sie nicht vertragen." Mit dem Vorstand sei die Zusammenarbeit sehr gut gewesen. "Wir gehen nicht im Streit auseinander."

Das bestätigte Michael Benninghoff, Sportlicher Leiter, des SVS. "Es ist schade, dass Holger Aden so reagiert. Wir sind gut mit ihm ausgekommen", sagte Benninghoff. Vorsitzender Johannes Brilo erklärte, dass Aden ein sehr emotionaler Coach gewesen sei, "der sicherlich das eine oder andere Mal übers Ziel hinausgeschossen ist". Trotzdem sei die Zusammenarbeit mit dem "korrekten und sehr engagierten Trainer" gut gewesen.

(RP)
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