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Speed-Dating der IHK für Schüler in Wesel auf Anhieb gelungen

Premiere der IHK in Wesel : Speed-Dating auf Anhieb gelungen

Die Premiere der IHK-Veranstaltung in der Niederrheinhalle brachte Schüler und Ausbildungsbetriebe an einen Tisch. 14 Unternehmen waren mit Ständen vertreten, stellten ihre Möglichkeiten vor und waren gespannt auf das Interesse der Bewerber.

Speed-Dating für Lehrstellenbewerber ist keine neue Erfindung. Im Kreis Wesel aber wagte die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer (IHK) nach Veranstaltungen in Duisburg, wo es schon sieben davon gab, und dem Kreis Kleve am Dienstag erstmals das Experiment. Rund 350 junge Leute von weiterführenden Schulen aus allen Ecken des Kreises kamen getaktet, also nicht alle auf einmal, in die Niederrheinhalle Wesel, wo der familiäre Parkettsaal den richtigen Rahmen für kleine Tischrunden bot. 14 Ausbildungsbetriebe waren mit Ständen vertreten, stellten ihre Möglichkeiten vor und waren gespannt auf das Interesse der Bewerber. Die kamen zum Teil sehr gut mit Lebensläufen, Zeugnissen und Bewerbungsschreiben vorbereitet auf die Unternehmen zu, in denen sie sich eine Lehre vorstellen können.

Speed-Dating bedeutet, dass man jeweils zehn Minuten Zeit hat, sich gegenseitig kennenzulernen. Die dafür bereitstehenden Sanduhren kamen allerdings kaum zum Einsatz. Eben weil die Schülergruppen in Abständen kamen, blieb ausreichend Zeit, sich auch mal intensiver zu beschnuppern. Das macht den Unterschied zwischen klassischem Schriftverkehr, der zu einer Einladung zum Vorstellungsgespräch führen kann, sowie Massenveranstaltungen der Arbeitsagentur mit gut 1000 Besuchern.

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Die Notwendigkeit, sich den weniger werdenden Schulabgängern schmackhaft zu machen, haben viele Betriebe längst erkannt. „Wir stellen eine zunehmende Akademisierung fest. Viele wollen lieber studieren, als eine Lehre absolvieren. Dabei haben manche davon gar keine Vorstellung“, sagte Aileen Albers, Ausbildungsleiterin der Sappi Logistics Wesel GmbH. Sie hat allein vier Ausbildungsberufe zu bieten. Darunter auch den zur Fachkraft für Hafenlogistik, deren Vierlfalt kaum jemand kennt. Der südafrikanische Papierhersteller Sappi ist seit 1997 in Voerde am Hafen Emmelsum präsent, hat seine Mitarbeiterzahl vor zwei Jahren erst auf rund 100 verdoppelt.

Ganz angetan vom unmittelbaren Kontakt zu den Bewerbern war auch Thorsten Rogmann, Leiter Personal und Recht der Clyde Bergemann GmbH Wesel. Das sei viel besser als auf anderen Ausbildungsmessen, sagte er. Die jungen Leute kämen gezielt, stellten konkret Fragen nach Praktikums- und Ausbildungsplätzen.

Sämtliche Unterlagen am Mann hatten unter anderem Hozeifa Alkarnazi und Amir Osmani. Die beiden 16-Jährigen von der Friedrich-Althoff-Schule Dinslaken hatten den Stand der Elektrotechnik-Eimers GmbH aus der Brüner Unterbauernschaft angesteuert, wo sie mit Axel Eimers und Susanne Alfs gleich gut in die Details gingen. Eimers, für den die Veranstaltung gleichfalls ein Debüt war, sprach schon deutlich vor der Halbzeit von guten Gesprächen und hatte bereits zwei Bewerbungen vorliegen. „Ich bin jetzt schon zufrieden“, sagte er. Gut fand er auch, dass gleich zwei Schuljahrgänge abgedeckt waren.