SPD Wesel zeigt beim Neujahrsempfang Entschlossenheit mit Sticheleien

Standortbestimmung : Entschlossenheit mit Sticheleien

SPD beim Neujahrsempfang im Wahlkampfmodus – und es gab Wissenswertes übers Wasser.

Die Weseler SPD ist wild entschlossen, in Zusammenarbeit mit der CDU die Geschicke der Stadt auch nach der Kommunalwahl weiter zu gestalten. Daran ließ Vorsitzender Ludger Hovest beim Neujahrsempfang am Sonntag in der Aula der Musik- und Kunstschule keinen Zweifel aufkommen. Erfolgreich, solide und zielorientiert sei die Kooperation. Gleichwohl konnte er sich vor gut 300 Gästen kleine Sticheleien nicht verkneifen. „Wir haben eine Bürgermeisterin, die CDU eine Findungskomission“, sagte Hovest in Richtung CDU-Chef Sebastian Hense. In Sachen Kandidatensuche bekomme dieser vom Telefonieren schon rote Ohren – auch weil er dabei mit sich selbst telefoniere.

Das sorgte natürlich für Lacher, änderte aber nichts an der Grundbotschaft. Hovest und nach ihm Bürgermeisterin Ulrike Westkamp betonten mehrfach mit Begriffen wie „gemeinsam“, „Partner“ oder „zusammen“, dass sie im Dialog mit anderen politischen Kräften und den Weseler Bürgern die kommenden Aufgaben meistern wollen. Im Rückblick auf Erreichtes wie den soliden Haushalt, eine weiter steigende Lebensqualität und Wachstum sowie in der Vorausschau auf die großen Bau- und Bildungsprojekte sowie touristische Potenziale war für alles Platz. Nur nicht für Nörgelei. Die Protagonisten bemühten sich für und nicht gegen etwas zu sein. Schon um sich klar von „Populisten, Spaltern und Demokratieverächtern“ (Westkamp) abzugrenzen.

Damit waren die politischen Dinge gesagt, und der Gastredener konnte sich auf was Anderes stürzen. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft und des Lippeverbandes hatte viel Wissenswertes zum Thema Wasserwirtschaft zu berichten. Er stellte unter anderem Renaturierungsprojekte für die Lippe vor, die der schönste Fluss des Landes werden soll. Die Funktionalität von Kläranlagen, die ewige Notwendigkeit von Pumpwerken als Folgen des Bergbaus, der Kampf gegen Mikroplastik und der Klimawandel am Beispiel Niederschlag waren ebenso sein Metier. Und natürlich kam auch ein Satz zum Otto-Vorberg-Haus, dem Ex-Kanuheim am Lippehafen auf dem Fusternberg. Es könnte ein vielseitig aufgestelltes Informationscentrum werden. Die Investitionen dafür zu stemmen, ist nicht das Problem. Offen ist in den laufenden Gesprächen immer noch, wie anschließend der Betrieb finanziert wird.