SPD Wesel will großen sportlichen Wurf am Auesee

SPD regt Wassersportanlage an : Der Hafen am Auesee rückt näher

Die SPD will einen „großen sportlichen Wurf am Auesee“. Im Zuge der Verlagerung des Minigolfplatzes soll eine Multifunktionssportanlage errichtet werden, die Seglern und Ruderern den Zugang erleichtert sowie Ordnung schafft.

Der Traum von Wassersportanlagen am Auesee ist so alt, wie die Idee, das Gewässer selbst zu schaffen. Schon in den 60er Jahren sind Pläne entwickelt worden, das große Baggerloch nach der Auskiesung vielfältig zu nutzen. Unterdessen sind Generationen herangewachsen, die glauben, der See sei natürlichen Ursprungs und habe schon immer existiert. Dass der künstlich angelegte Auesee Mensch und Natur gleichermaßen dienen soll, wird immer dann deutlich, wenn es Konflikte gibt. Davon könnten einige beseitigt werden, wenn der Minigolfplatz wegen des neuen Kombibades vom Rhein an den Auesee verlagert wird. Dies steht am heutigen Mittwoch, 8. Mai, im Stadtentwicklungsausschuss (16.30 Uhr) auf der Tagesordnung (wir berichteten), die auf Wunsch der SPD ergänzt werden soll. Fraktionsvorsitzender Ludger Hovest teilte am Dienstag mit, dass jetzt „der große sportliche Wurf am Auesee“ realisiert werden solle. Im Zuge der Verlagerung des Minigolfplatzes soll eine Multifunktionssportanlage errichtet werden, die unter anderem Seglern und Ruderern den Zugang erleichtert sowie Ordnung schafft.

Es geht bekanntlich um das Gelände am sogenannten Taucherparkplatz. Per Schranke wird hier den vier Vereinen vom nahen Sporthafen – Yacht-Club Wesel, Weseler Kanu-Club, Weseler Seglerkameradschaft und Ruder- und Tennisgesellschaft Wesel – Zugang zum See gegeben. An diesem gibt es den Tauchereinstieg und einen kleinen Behelfssteg sowie Schilder, die darauf aufmerksam machen, dass hier das Schwimmen verboten ist und nur Wassersportler Zugang haben. Besonders an heißen Tagen bleibt dies Theorie, denn dann lagern auch auf dieser Wiese, weit ab vom eigentlichen Badestrand, ganze Clans, die auch den Steg in ein Sprungbrett ins kühle Nass umfunktionieren. Dies und weitere Fehlentwicklungen ließen sich heilen, wenn mit dem Minigolfplatz geordnete Verhältnisse geschaffen würden.

„Wir erwarten, dass der Arbeitskreis Rheinaue und die betroffenen Vereine einberufen werden und sich zu diesem Gesamtthema Gedanken und Vorschläge machen“, sagt Fraktionsvorsitzender Ludger Hovest. Die SPD unterstütze die seit Jahren von den Vereinen gehegten Wünsche nach einem Steg. Hovest sieht zwei „unabdingbare Funktionen“ des Auesees für Wesel: vielfältige sportliche Aktivitäten in unmittelbarer Citynähe sowie abgetrennter und erlebbarer Artenschutz für Pflanzen und Tiere. Deshalb müsse der See deutlich unterteilt werden. Zum einen in die sportlichen Aktivitäten, zum anderen müsste der Bereich Feldmark und Flüren für die Natur freigehalten und mit geeigneten Vorkehrungen geschützt werden. „Hier geht es aber nicht nur um die Randbereiche des Auesees, sondern auch um die Wasserfläche, welche insbesondere für die Vogelwelt in diesem Bereich freigehalten werden muss“, sagt Hovest, der insgesamt von einem „Juwel für den Menschen und die Natur“ sowie einem „Alleinstellungsmerkmal für Wesel“ spricht, das gehegt, gepflegt und vorsichtig weiterentwickelt werden müsse.

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