SPD Wesel fordert: „Bocholter“ soll in der Feldmark halten

ÖPNV attraktiver machen : SPD fordert: „Bocholter“ soll in der Feldmark halten

Das beantragt die SPD-Fraktion. Der Rat beschäftigt sich mit dem Thema in seiner Sitzung am 21. Mai.

Rund 20,5 Kilometer sind es, die „Der Bocholter“ auf den Bahngleisen zwischen Wesel und Bocholt zurücklegt - eine Strecke die nach Angaben von SPD-Fraktionschef Ludger Hovest Tag für Tag weit mehr als 1000 Menschen nutzen. Es könnten noch mehr werden, wenn das eintritt, was die Weseler SPD fordert: einen weiteren Haltepunkt in der Feldmark. Bis 1969 gab es schließlich zwei weitere Weseler Haltepunkte auf der Strecke der Bocholter Bahn: Wesel-Nord und Lackhausen. Sie wurden wohl deshalb kaum genutzt, weil hier damals nur wenige Menschen lebten. Das hat sich mit den Jahren grundsätzlich geändert, das Hanseviertel ist hinzugekommen, und mit dem Hessenviertel werden es noch mehr mögliche Nutzer sein.

Hovest und seine Mitstreiter sehen jetzt eine gute Gelegenheit für diesen Schritt, wird die Strecke doch nicht nur elektrifiziert, sondern dann weiter bis Duisburg gehen. Pendler könnten so ohne Umsteigen ins Ruhrgebiet gelangen. Auch wer einfach nur nach Wesel will, könnte in wenigen Minuten dort sein. Und nicht nur für die Kreisstadt wäre der zusätzliche Halt in der Feldmark interessant. Auch Bocholter und Hamminkelner Schüler des Berufskollegs hätten was davon. Wenn sie zurzeit mit dem Zug kommen, müssen sie zunächst bis Wesel, dort umsteigen und mit einem anderen Zug wieder zurück in die Feldmark fahren.

Die planerischen Voraussetzungen habe die Stadt in ihrem Flächennutzungsplan bereits geschaffen, indem sie einen Streifen für den Bahnsteig freigehalten hat. So sei es schon morgen möglich, den Haltepunkt zu planen. Der müsse nur einen Unterstand und einen Fahrplan bieten.

Als Beispiel führt Hovest die Regionalbahn 25 zwischen Köln und Bergisch-Gladbach an. An dieser Strecke wollten Anlieger einen Halt in Overath. Doch die Bahn habe abgewunken. Das bringe den Betrieb durcheinander, Schaltungen könnten nicht eingehalten werden. Ein dreimonatiger Test mit kurzem Stopp in Overath bestätigte die Befürchtungen allerdings nicht. Einen ähnlichen Probebetrieb könne man in der Feldmark auch machen, so die SPD, die das Thema in der nächsten Ratssitzung am Dienstag, 21. Mai, behandelt wissen möchte.

Ursprünglich sollte die Strecke des Bocholters, die einst bis ins niederländische Winterswijk führte, komplett stillgelegt werden. Doch die Stadt Bocholt intervenierte, schenkte der Bahn einen Triebwagen. Seit 1990 steht die Verbindung nach Wesel nun.

Um Pendlern lange Wartezeiten zu ersparen, beantragt die SPD zudem einen Intercity-Halt in der Kreisstadt (wir berichteten). So könnten 20 bis 30 Minuten Fahrzeit eingespart werden. Schließlich werde der Weseler Bahnhof immer mehr von den Niederrheinern angenommen, was sich unter anderem in der Auslastung der Pendlerparkplätze zeige. Bürgermeisterin Ulrike Westkamp soll mit der Bahn die entsprechenden Kontakte aufnehmen, damit beide Vorhaben realisiert werden.

(P.H.)
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