Hamminkeln: Sparkassen-Neubau in Dingden stockt

Hamminkeln: Sparkassen-Neubau in Dingden stockt

Die Niederrheinische Sparkasse Rhein-Lippe wollte längst in die neue Filiale eingezogen sein. Doch nach Vergabeproblemen wird jetzt der Sommer 2018 angepeilt. Dingden bleibt Schwerpunkt für die Bank.

Monatelang herrschte Ruhe am Neubau der Filiale Dingden der Niederrheinischen Sparkasse Rhein-Lippe. Der Rohbau ragt wie eine graue Betonburg in den Himmel. Handwerker waren lange nicht zu sehen. Jetzt wurde das Projekt winterfest gemacht, das Dach ist aufgesetzt. Fenster werden nachgerüstet, danach folgt der Innenausbau. Aber das kalte Wetter bedeutet auch eine Zwangspause nach der Baupause. Verursacht wurde der Stillstand durch Vergabeschwierigkeiten. Die Bauwirtschaft war ausgebucht im historischen Boom. Das überrascht nicht. Gleichzeitig liefen der Sparkasse die Kosten davon. Auch das überrascht nicht angesichts steigender Indizes für Baupreise. Wie Sparkassen-Vorstand Friedrich-Wilhelm Häfemeier sagte, habe man mit einem Auftragsstopp reagiert. Der ist nach neuen, wirtschaftlich tragfähigeren Ergebnissen aufgehoben. Die Investitionssumme von 2,3 Millionen bleibt.

Häfemeier erklärte, man habe auf Ausschreibungen, auf die es sonst zehn Angebote gab, teils nur zwei Antworten bekommen. Und dabei seien die Preise aus kaufmännischer Sicht nicht akzeptabel gewesen. Man habe sich deswegen entschieden, den Bau zu stoppen, bis sich der Markt beruhigt habe. Nun spricht der Sparkassenchef von Mitte 2018 als neuem Fertigstellungstermin.

Beim ersten Spatenstich am 14. Dezember 2016, also fast punktgenau vor einem Jahr, war verkündet worden, dass das Bauvorhaben des neuen Beratungs-Centers mit fünf barrierearmen Wohneinheiten planmäßig in der zweiten Hälfte des Jahres 2017 fertig sein sollte. Häfemeier nennt nun "etwa drei Monaten Verzögerung, was nicht problematisch ist" - vom Frühjahr zum Sommer 2018. Allerdings dürfte der verzögerte Termin für die Eröffnung der Filiale optimistisch gerechnet sein, wenn man von den Angaben beim Spatenstich ausgeht.

Ein ruhender Bau ist kein Imageträger, im Dorf rankten sich heftige Gerüchte um das Projekt. Deshalb bekennt sich Häfemeier nun demonstrativ zum Standort Dingden und seiner Bedeutung im Geschäftsgebiet der mit Dinslaken fusionierten Sparkasse. Dingden sei "Schwerpunktfiliale", man habe dort viele neue Kunden gewonnen und Neubaugebiete betreut. "Dingden ist ein 100-prozentig intaktes Dorf mit guten Arbeitsplätzen und funktionierender Infrastruktur", lobt Häfemeier.

Der Sparkassen-Chef findet die Verzögerung bis Sommer 2018 nicht besorgniserregend. Man habe ja die Filiale am Kirchplatz weiter zur Verfügung. Das neue Vorhaben entsteht am verkehrsgünstig gelegenen Kreuzungsbereich der Bocholter- sowie der Blumenstraße auf einem Grundstück mit rund 1300 Quadratmetern.

Die Räumlichkeiten des Beratungs-Centers befinden sich im Erdgeschoss des Gebäudes auf rund 275 Quadratmetern. Der SB-Bereich wird mit aktuellster Selbstbedienungstechnik ausgestattet werden, in Sachen Beratung bekennt sich die Sparkasse zur persönlichen Ansprache. Separate Beratungsräume sind deshalb ein Muss.

Leerstand in der alten Filiale an der Kirchstraße, bisher im Eigentum des Geldinstituts, soll es nicht geben. Die bisherige Sparkasse hat laut den Angaben beim Spatenstich der Dingdener Architekt Johannes Bielefeld gekauft, der diese künftig als Büro nutzen will und auch das neue Beratungszentrum geplant hat.

(RP)