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Wesel: Sommerton eröffnet Muziek-Biennale

Wesel : Sommerton eröffnet Muziek-Biennale

Das Festival am Diersfordter Schloss bietet ein herausragendes Programm. Es findet über die Region hinaus viel Beachtung - auch international. Der Vorverkauf für drei Konzerttage vom 31. August bis 2. September hat begonnen.

Das Sommerton-Festival im vergangenen Jahr war auch ein zahlenmäßig großer Erfolg. Nicht nur, weil Starjazzer Michael Wollny mit seiner Auftragskomposition 28 Musiker im Festzelt am Diersfordter Schloss versammelte und das hohe Niveau der Jazzveranstaltung am Niederrhein bestätigte. Sondern auch, weil zwei der drei Konzerte im einmaligen Ambiente von Schloss und Schlosskirche ausverkauft und das dritte fast ausverkauft waren. Die acht Ehrenamtlichen um Angelika und Michael Patt, Volker Pypetz und Wilfried Schaus-Sahm, dem künstlerischen Leiter, haben dem Sommerton auch regional und überregional Gehör verschafft. Das freut auch die Stadt Wesel und die Sponsoren, die helfen, den 100.000-Euro-Etat zu stemmen. Der gute Ruf reicht bis zur Muziek-Biennale Niederrhein, die ihr diesjähriges Tourprogramm in Diersfordt und damit erstmals rechtsrheinisch startet.

"Verboten" lautet ihr Motto 2018, und meint damit unterdrückte Kultur, denen der Jazz das "Fenster zur Freiheit" musikalisch entgegensetzt. "Verboten gut" machen daraus die Festivalmacher, die immer zur Entdeckungsreise zu unterschiedlichen Musikkulturen und Genres einladen. Zum siebten Mal in Folge bereitet das Sommerton-Team vom 31. August bis zum 2. September Jazzern von Weltrang eine professionell beschallte Plattform im Konzertzelt am Schloss. Die Spielstätte kann je nach Kartenverkauf erweitert werden, soll aber in der Größenordnung bleiben, die zum charmanten Umfeld passt. Auch das macht einen Teil der Sommerton-Strahlkraft aus. Nirgendwo sonst sind Künstler, die sonst in großen Sälen spielen, so nah am Publikum und umgehört die Zuhörer so nah an den Größen der Szene oder den talentiertesten Newcomern.

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Zum Start am 31. August tritt erstmals in Diersfordt ein chinesischer Jazzmusiker auf. Pianist und Komponist Luo Ning vereint westliche und chinesische Musiktraditionen. Dann folgt am Eröffnungsabend Leszek Mozdzer mit seinem "Motion Trio" - "ohne Zweifel der erfolgreichste Jazzmusiker Polens", sagt Wilfried Schaus-Sahm. Er sei sonst auch in der Berliner Philharmonie wie auch der Hamburger Elbphilharmonie zu Gast. Beschlossen wird die musikalische Reise durch Anouar Brahem, Virtuose auf dem Oud, der arabischen Laute.

Am Festival-Samstag knüpft Sommerton an eines seiner musikalischen Highlights an: Michel Godard kommt diesmal als Teil eines Trios mit Bearbeitungen von Bach bis Coltrane. Dann die Sommerton-Überraschung: New York, Sidney, Toronto, Berlin und nun Wesel, die weltweit gefeierte Sängerin und Violinistin aus Estland, Maarja Nuut, stellt ihr zweites Album vor. Zum Abschluss spielt Ausnahmepianist Stefano Bollani sein aktuelles Soloprogramm. Steinway-Klänge und elektronischer Fender-Rhodes-Sound garantieren Vielfalt. Und dann am Sonntag das, was der künstlerische Leiter als "Erfüllung meines Traums" bezeichnet: Rolf Lislevand, norwegischer Lauten-Virtuose, spielt in der Rokoko-Schlosskirche. Überzeugt wurde er von Schaus-Sahm, als der ihm Bilder vom Innenraum der Kirche mailte. Mit 120 Plätzen ist der Konzertraum nicht nur am schnellsten ausverkauft, sondern auch der Sommerton-Geheimtipp.

Auch das Drumherum stimmt. Eine der renommiertesten Tontechnikerfirmen Deutschlands beschallt das Konzertzelt, das mit Theaterbestuhlung bestückt ist. Das Catering wird ausgeweitet. Ein Park-Leit-System ist vorhanden, die Stellplatzsituation so, wie sie eben machbar ist. Mehr als 100 Frühbucherpässe wurden bereits verkauft. Nachfragen für Tickets gibt es bereits von Musikfreunden aus Schweden, aus Polen und der ganzen Republik.

(RP)