Wesel: Soldat für Einsatz als Nothelfer ausgezeichnet

Wesel: Soldat für Einsatz als Nothelfer ausgezeichnet

Beim Neujahrsempfang in der Schill-Kaserne bekam Hauptfeldwebel Christian van Geldern viel Beifall.

Beim traditionellen Neujahrsempfang im Kasino der Schill-Kaserne haben die Gäste gestern eine Premiere erlebt: Erstmals wurde ein Soldat mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr für herausragende Einzeltaten ausgezeichnet.

Unter dem Beifall der Geladenen bittet Oberstleutnant Guido Engelmann in seiner Funktion als Dienstältester Deutscher Offizier des Deutschen Anteils 1st Nato Signal Battalion den Hauptfeldwebel Christian van Geldern zu sich. Der 31-jährige Familienvater aus Borken ist sichtlich überrascht. "Er sieht unscheinbar aus, hat aber eine Menge geleistet", lässt Engelmann das Beifall klatschende Publikum wissen.

Juli 2017: In den frühen Abendstunden ist Christian van Geldern mit einem Kollegen auf der B 58 in Büderich unterwegs. Kurz hinter der Shell-Tankstelle müssen sie ihr Auto stoppen - wegen eines Unfalls. Sie steigen aus, um zu helfen. Dann entdecken sie in der Böschung einen Wagen, der auf dem Dach liegt. Im Wageninneren befindet sich ein junger Mann, der einen offenen Oberschenkelhalsbruch erlitten hat. Unter anderem mit einem Ledergürtel binden sie die stark blutende Wunde ab und kümmern sich um das Unfallopfer. Minuten später treffen die Rettungssanitäter ein.

"Was die beiden Soldaten getan haben, ist nicht selbstverständlich", sagt Engelmann und heftet dem Vater von zwei Kindern den Orden ans Revers. Der zweite Retter, der mittlerweile versetzt wurde, ist ebenfalls ausgezeichnet worden.

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"Für uns war klar, dass wir da helfen müssen", erzählt der Hauptfeldwebel später. Der junge Mann hat sich übrigens telefonisch bei seinen Helfern bedankt.

Bedankt hat sich gestern auch Wesels Bürgermeisterin Ulrike Westkamp bei Christian van Geldern für dessen Engagement. In ihrer Rede lobte sie die traditionell gute Verbindung zwischen der Kaserne und der Stadt. Man sei stolz auf die Nato-Einheit, in der Experten aus Deutschland und zehn weiteren Nationen tätig seien. "Diese Internationalität steht Wesel gut zu Gesicht. Die Soldaten, die vielen Gefahren ausgesetzt sind, erfüllen eine wichtige und sehr anspruchsvolle Aufgabe."

Dass die Kaserne, in der gut 250 Fernmelde-Soldaten ihren Dienst tun und bei Nato-Einsätzen unter anderem die Versorgung mit Telefonie, Inter- und Intranet gewährleisten, dauerhaft erhalten bleibt, darauf deutet einiges hin. Denn 2018 soll unter anderem eine neue Turnhalle für knapp eine Millionen Euro errichtet werden. Und 2020, so kündigt Engelmann an, könnte ein neues Wirtschaftsgebäude mit Kantine gebaut werden. Abgerissen werden in den nächsten Monaten eine nicht mehr benötigte Mannschaftsunterkunft, der alte Sanitätsbereich und der Kleinkaliber-Schießstand.

(RP)