Wesel: So wird die alte Brücke halbiert

Wesel : So wird die alte Brücke halbiert

Montag starten die Arbeiten zur Demontage der alten Weseler Rheinbrücke. Zunächst werden Streben mit Hilfe eines Schweißbrenners zerteilt. Zunächst wird die rechte Brückenhälfte ans Ufer gezogen, ab November die linke.

Am Montag ab 7 Uhr werden auf der alten Rheinbrücke die Funken sprühen. Ein Experte der Firma Jäger aus Bernburg (Sachsen-Anhalt) wird im Auftrag des Landesbetriebes Straßen NRW genau in der Mitte der ausgedienten Fachwerkbrücke auf einen Hubwagen steigen, um mit einem Brennschneider ein gut 50 Zentimeter langes Stück aus der oberen Brückenstrebe — Fachleute sagen Obergurt — zu schneiden. Bis gegen 19 Uhr soll der Schweißer auch den "Untergurt" und das Fahrbahnblech durchtrennt haben.

Schiffe am Ufer entlang

Ergebnis: Die Brücke ist in zwei Hälften geteilt. Die Lücke wird aus dem Auto heraus kaum auszumachen sein. Nur Radler, die auf der neuen Rheinbrücke aus Büderich Richtung Wesel unterwegs sind und einen kurzen Stopp machen, werden etwas erkennen können.

Eine kleine Pause wird der Mann mit dem Schneidbrenner immer dann machen, wenn Schiffe unter der Brücke durchfahren. Jede Gefahr durch Funkenflug wird so ausgeschlossen. Von der Planung, den Bereich für große Schubverbände komplett zu sperren und nur kleinere Schiffe unweit des rechten Rheinufers vorbeizuführen, ist man abgekommen. Mit den Reedereien wurde vereinbart, dass maximal zwei Schubleichter nebeneinander talabwärts beziehungsweise -aufwärts fahren dürfen.

Bis die beiden Brücken-Hälften komplett demontiert sind, werden sieben Monate vergehen. In den ersten Oktober-Tagen stehen vorbereitende Arbeiten für den Einbau so genannter Vorschubträger auf dem Programm. Dabei wird zunächst die rechtsrheinische Brücken-Hälfte mit Hilfe von Hydraulikpressen so weit angehoben, dass eine Konstruktion mit Rollen unter die Fahrbahn geschoben werden kann.

Langsam wird dann das Brückenstück zum Ufer "gerollt" und dort zerschnitten. Der Stahlschrott wird anschließend mit Container-Lkw auf die linke Rheinseite gebracht, wo in einer Strahlhalle die Beschichtung mit Hilfe von Sandstrahlern entfernt wird. Ein Stahl-aufbereiter holt das Material ab und zahlt pro Tonne gut 100 Euro. Macht bei 2200 Tonnen Stahlschrott stolze 220 000 Euro. Dieser Betrag wird von der Rechnung, die die Firma Jäger dem Landesbetrieb in Rechnung stellt, abgezogen.

Wenn Ende Oktober beziehungsweise Anfang November die erste Brücken-Hälfte komplett demontiert ist, kommt die zweite Hälfte dran. Ist auch die "entsorgt", geht's an den Abbruch der vier mit Steinen verkleideten Betonpfeiler. Die müssen mit Hilfe von schwimmenden Baggern komplett zurückgebaut werden. Nach Angaben des Landesbetriebs werden die Arbeiten spätestens Ende 2012 abgeschlossen und die alte Rheinbrücke, die nach dem Zweiten Weltkrieg als Provisorium errichtet worden ist, endgültig Geschichte sein.

Unterdessen wird der By-Pass zur B58 n in Büderich früher fertig als geplant.

(RP)