Wesel: So klingt deutsch-englische Freundschaft in Bislich

Wesel : So klingt deutsch-englische Freundschaft in Bislich

Viel Beifall spendeten die Besucher eines Sonderkonzertes aus Anlass des 40-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen Wesel und Felixstowe in der St. Johannes Kirche in Bislich. Unter den zahlreichen Zuhörern waren auch die Bürgermeister Ulrike Westkamp und Graham Newman, die von Renate Droste zweisprachig begrüßt wurden.

Das Konzert wurde gestaltet vom achtköpfigen Vokalensemble "Cantemus" unter Leitung des Kirchenmusikers Dominik Giesen. Der 20-jährige Weseler sang alle Lieder mit und dirigierte aus dem Chor heraus. Zusätzlich spielte er vier Orgelstücke.

Sämtliche Chorsätze erklangen im englischen Originaltext. Das Vokalensemble, das sich vor einem Jahr auf Initiative von Dominik Giesen gründete, bot in schöner, ausgewogener Mehrstimmigkeit "O Lord, make thy Servant Elizabeth our Queen" von William Byrd, um dann mit den "Nine Tunes from Archbishop Parker's Psalter" von Thomas Tallis englische Klassik aus dem 16. Jahrhundert zu interpretieren. Die Reihe setzte sich fort mit Kompositionen von Edward Elgar, Henry Smart, Clement Coterill Sholefield, Charles L. Williams, Henry Monk und Charles Hubert Hastings Parry, die in der Folge bis ins vergangene Jahrhundert hinein die englische Musiklandschaft mit zahlreichen Chorsätzen prägten.

Höhepunkte waren das populäre "The day thou gavest, Lord, is ended" mit Oberstimme in der dritten Strophe und "Abide with me" mit Wechsel des Cantus firmus durch alle Lagen. Beide Lieder werden auch in deutscher Sprache gesungen unter den Titeln "Der Tag, o Herr, nun endet" und "Herr, bleib' bei uns". "Cantemus" trug die fünf Verse ebenfalls in Englisch vor.

Das sängerische Potenzial des Ensembles lässt auf weitere wertvolle Darbietungen bei zunehmender Intonationssicherheit hoffen. Dominik Giesen hat als Organist bereits vor zwei Monaten an gleicher Stelle mit einem Solokonzert Anerkennung erhalten. Sonntag überzeugte er mit "Pavane" von William Byrd sowie vier traditionellen "Old English Country Dances", in denen er das Instrument in rhythmisch heiteren Klängen präsentierte. Geradezu verspielt wirkte "We must all wait till my lady comes home". "Kitty Fisher" setzte einen kurzen Schlusspunkt. Zusätzlich spielte er das wunderbare Präludium in G-Dur von Mendelssohn-Bartholdy. Der Chor verabschiedete sich mit "My soul, there is a Country" von Parry und "Yesterday" von den Beatles. Zwei Zugaben beendeten das Konzert nach einer guten Stunde.

Graham Newman war voll des Lobes: "Eine fantastische Vorstellung." Ulrike Westkamp pflichtete ihm bei. "Wunderbar. Dominik Giesen ist ein Ausnahmetalent."

(woh)
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