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Wesel: Sie steuern die Fusion Sankt Wesel

Wesel : Sie steuern die Fusion Sankt Wesel

Der Termin steht bereits fest, der 19. Mai 2013 soll es sein. Der neue Name für die Großpfarrei in Wesel wird noch gesucht. Darüber und über noch vieles mehr machen sich seit September 16 Menschen aus den vier Kirchengemeinde Gedanken. Ein Besuch bei der Steuerungsgruppe.

Sie sprechen immer von St. Wesel, der Einfachheit halber. 16 Menschen aus den vier Pfarrgemeinden St. Martini, St. Mariä Himmelfahrt, St. Antonius und St. Johannes, die sich seit September 2011 ein- bis zweimal im Monat treffen, um das weitere Vorgehen für die Fusion der katholischen Kirchengemeinden im Stadtgebiet Wesel zu besprechen.

Ihr Ziel: Eine Großpfarrei — und ob diese wirklich St. Wesel heißen wird, ist im Übrigen noch gar nicht beschlossen. "Soweit sind wir noch nicht", sagt auch Stefan Sühling, Kreisdechant und Innenstadt-Pfarrer beim Ortstermin mit der Steuerungsgruppe.

23 000 Katholiken unter ein Dach

Es ist Dienstagabend. Gegen 19.30 Uhr trifft sich das Team in der Martini-Pfarrei. Es ist eine muntere Truppe — sie lachen, sie reden, sie diskutieren — ihre Mammutaufgabe verlieren sie dabei nicht aus den Augen. Denn bis zum 19. Mai 2013, bis Pfingstsonntag, möchten sie mehr als 23 000 Weseler Katholiken unter ein Dach bekommen. Das wurde zumindest bei der vergangenen Klausurtagung beschlossen. Bis dahin ist es noch ein langer Weg.

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Das weiß auch Andreas Westerdick. Er sitzt für die katholische Kirchengemeinde St. Franziskus in der Steuerungsgruppe. "Obwohl hier jeder seine eigene Gemeinde vertritt, haben eigentlich alle das große Ganze im Blick", sagt Westerdick. Sogenanntes Kirchturmdenken oder Verteilungskämpfe gäbe es nicht — zum Glück.

Dabei sind das oftmals die Sorgen der Gemeindemitglieder. Was wird aus meiner Pfarrkirche? Wer ist künftig mein Ansprechpartner? Und wo geht künftig die 84 Jahre alte Frau vom Kornmarkt am Sonntagmorgen in die Kirche? Antworten darauf möchte und muss die Steuerungsgruppe liefern. Dabei legen alle größten Wert auf Transparenz. "Unsere Aufgabe ist es, die Entscheidungen in die Gemeinde zu tragen", sagt auch Josef Hermsen, Kirchenvorstand St. Johannes.

Zum einen haben sie das auch schon. So wurden bereits in den vergangenen Wochen und Monaten die Gottesdienstzeiten neu geordnet und veröffentlicht. Auch die Pfarrnachrichten wurden überarbeitet. So gibt es nun nicht nur den wöchentlichen "Sonntagsblickpunkt" für die katholischen Kirchengemeinden in Wesel, sondern auch das "Seitenschiff" — die Zeitung, die viermal im Kirchenjahr erscheint.

Zum anderen stehen viele Dinge aber auch noch aus. "Es müssen zum Beispiel noch Ortsausschüsse gebildet werden, auch bei der Jugendarbeit sind noch viele Fragen nicht geklärt", sagt Dr. Christian Schmidt vom Pfarrgemeinderat St. Johannes. "Eine Haupt-Kirche haben wir selbstverständlich auch noch nicht ausgesucht", ergänzt Rolf Marx vom Kirchenvorstand St. Mariä Himmelfahrt. Dazu kommt die neue Internetseite für die Großpfarrei, die gerade in Arbeit ist. Und dann wäre da eben auch noch der Name. "Der steht heute zum ersten Mal auf der Tagesordnung", sagt Sühling. Vorschläge gibt es viele, das Ergebnis ist offen. Noch.

(RP)