Seit 66 Jahren besuchen Schüler aus Wesel Hagerstown

Schüleraustausch : Seit 66 Jahren besuchen Schüler aus Wesel Hagerstown

Seit 1952 besteht die Partnerschaft zwischen Wesel und Hagerstown. Beim Schüleraustausch dürften Hunderte Kinder aus Wesel die US-amerikanische Stadt kennengelernt haben. Jetzt gibt es dazu eine neue Broschüre und einen Films.

„Es bleibt, etwas bisher nicht Bekanntes selbst zu erleben“, sagt Inge von Bönninghausen in einem 30-minütigen Film über den Schüleraustausch zwischen Wesel und Hagerstown in Maryland. Die 80-jährige Journalistin lebt heute in Köln und war zu ihrer Oberstufenzeit die erste Weseler Schülerin, die im Rahmen der Städtepartnerschaft in die USA ging. Diese Verbindung besteht inzwischen seit 66 Jahren, gegründet „schon wenige Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs“ ist es die längste Partnerschaft, die Wesel pflegt, betont Bürgermeisterin Ulrike Westkamp bei der Präsentation des Films und der Broschüre „Wir sind Freunde/ We are friends“.

Diese sind Ergebnisse eines Workshops zum diesjährigen Besuchs US-amerikanischer Schüler der North High School am Konrad-Duden-Gymnasium in Wesel. Kulturbeauftragte Heike Kemper spricht von einer „lebhaften Angelegenheit“: Zum einen berichteten frühere Austauschschüler im Unterricht von ihren Erfahrungen, zum anderen sammelten die Schüler in einer zweisprachigen Broschüre Anregungen zum Thema „Zehn Dinge, die ich bei einem Schüleraustausch in Wesel/Hagerstown gemacht/erlebt haben sollte“.

Dabei stand auch ganz Praktisches aus dem alltäglichen Leben im Vordergrund. Etwa zu Themen wie Busverbindungen und Freizeitmöglichkeiten wie Kino- oder Café-Empfehlungen.

In den vielen Jahrzehnten des Austauschs dürften Hunderte Mädchen und Jungen aus Wesel Hagers­town kennengelernt haben. Im jährlichen Wechsel besuchen die Schüler einander und lernen den Alltag im Ausland kennen – face to face. Denn auch wenn junge Menschen mit Hilfe sozialer Netzwerke über weite Entfernung in Verbindung treten können, sei es auch „absolut wichtig, sich persönlich zu treffen, etwas miteinander zu unternehmen“, so Westkamp.

Für den Workshop mit den Schülern und den Film wurde das Preisgeld in Höhe von 1000 Euro verwendet, das Wesel im Rahmen der Auszeichnung mit dem Steuben-Schurz-Gesellschafts-Preis für die aktivste deutsch-amerikanische Städtepartnerschaft, erhalten hatte. Es sollte etwas Bleibendes geschaffen werden, sagte Westkamp.

Der Film, den Stephan de Leuw von Flaggschiff Film erstellte, dokumentierte den Workshop und den Schüleraustausch als solches. So gibt es neben Interviews mit der Bürgermeisterin, Albrecht Holthuis und Richard Wolsing von der Partnerschaftsvereinigung Wesel-Hagerstown auch Berichte von aktuellen wie ehemaligen Schülern – von Inge von Bönninghausen, deren Vater, der Reeser Oberkreisdirektor Rolf von Bönninghausen, die Partnerschaft mit Hagerstown mit Wesels damaligem Stadtdirektor Karl-Heinz Reuber und dem Hagerstowner Mayor Herman L. Mills einst gegründet hat, bis hin zu Erinnerungen an gemeinsames Public Viewing bei der Fußball-WM 2010 sowie ganz aktuellen Äußerungen aus diesem Sommer.

Die Broschüre ist im Eingangsbereich des Centrums, der Kulturverwaltung im Centrum (Zimmer 321), der Stadtinformation sowie im KDG erhältlich. Wer sich den Film ansehen möchte, kann sich im Centrum (Z. 321) oder unter Tel. 0281 2032653 melden. Neben Hagers­town bestehen Partnerschaften mit Felixstowe (Großbritannien), Salzwedel (Sachsen-Anhalt) und Ketrzyn (Polen).

(acf)
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