Wesel: Seelsorger in Flüren will Gläubigen Indien zeigen

Wesel : Seelsorger in Flüren will Gläubigen Indien zeigen

Mit Reisen und mit unterschiedlichen Kulturen kennt sich George Kalachirayil aus. Aufgewachsen in Idukki im Bundesstaat Kerala im Südwesten Indiens, verließ der Priester sein Land 2001 und ist nach Stationen in Moers und Kalkar nun seit März in der Gemeinde St. Nikolaus in Flüren als Seelsorger tätig. Der Niederrhein ist also kein Neuland für ihn und er fühlt sich gut aufgenommen. "Da, wo ich lebe, ist meine Heimat", sagt der 56-jährige Priester und Psychologe, dem kultureller Austausch am Herzen liegt. "Ich vertrete die Weltkirche", sagt er. Nicht nur er hat in Deutschland eine völlig neue Kultur kennengelernt, er möchte auch Interessierten aus der Region diese Erfahrung ermöglichen und bietet im Januar eine Rundreise durch Indien an.

In der Gemeinde Heilig Geist in Kalkar, wo George Kalachirayil neun Jahre als Seelsorger tätig war, hat er bereits mehrere solcher Reisen durchgeführt. "Manche sind sogar fünfmal mitgefahren", berichtet der Priester. "Die Leute waren immer begeistert." Neben Neu Delhi, dem Taj Mahal in Agra und Kalkutta soll auch seine Heimat Kerala auf dem Reiseplan stehen. Die Gegend, in der er aufwuchs, ist landwirtschaftlich geprägt. "Das Land der Gewürze," wie er sagt, weist mit etwa 20 Prozent einen deutlich höheren Anteil an christlichen Einwohnern auf als der Rest Indiens, wo gerade einmal 2,6 Prozent der Menschen Christen sind.

Der Geistliche gehört dem Orden der Indischen Karmeliter an und hat an der ordenseigenen Universität Theologie, Psychologie und Philosophie studiert. Zum Priester geweiht wurde er 1994 in seiner Heimatstadt Idukki. Nach dem Masterstudium in Psychologie arbeitete er zunächst als Therapeut. Im Jahr 2001 kam dann die Anfrage, ob er gemeinsam mit 20 weiteren indischen Priestern ins Bistum Münster nach Deutschland wechseln wolle - er entschied, sich auf den weiten Weg zu machen.

Aber auch von Deutschland aus hält George Kalachirayil Kontakt zu seiner Heimat und versucht, ein Stück der vielfältigen Kultur Indiens am Niederrhein zu vermitteln. So organisierte er beispielsweise im Juli in der Weseler Kirche St. Mariä Himmelfahrt eine indische Messe nach der in Kerala üblichen syro-malabarischen Liturgie.

Auch das ist für den Seelsorger Teil des kulturellen Austausches - und eben die geplante Reise nach Indien, die er dazu nutzen möchte, der bis zu 40-köpfigen Reisegruppe die Vielfalt seines Heimatlandes zu zeigen. Er organisiert die Reise selbst und begleitet die Tour gemeinsam mit einem einheimischen Führer. Auch zur Erholung gebe es dabei Gelegenheit, verspricht er.

(rme)
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