Wesel: Schulstreit: Hovest kritisiert Lehrer nach Drohung

Wesel: Schulstreit: Hovest kritisiert Lehrer nach Drohung

Im Schulausschuss war der SPD-Fraktionschef verbal attackiert worden - Hovest schrieb mehrere Behörden an.

Im Streit um die eskalierende Schulausschusssitzung im Mai hat SPD-Fraktionschef Ludger Hovest die Bezirksregierung, den Landrat und die Bürgermeisterin angeschrieben. Im Ausschuss war Hovest von einem Bürger bedroht worden. Dieser forderte Hovest auf, mit ihm "vor die Tür" zu gehen. Wie sich danach herausstellte, handelte es sich bei dieser Person um einen Lehrer der Konrad-Duden-Realschule. Wie Hovest gestern auf Anfrage sagte, hatte diese Person auch zwei andere Politiker nach der Ausschusssitzung angesprochen und gesagt, dass er wisse, wo diese wohnten. "Das ist nichts anderes als eine Drohung", sagte Hovest. Er habe die übergeordneten Behörden - Bezirksregierung, Landrat und Bürgermeisterin - gebeten, in dieser Sache tätig zu werden. Der Lehrer habe ihm inzwischen geschrieben und um Entschuldigung gebeten, sagte Hovest. Wie er mit dieser Bitte umgegangen sei, wollte Hovest nicht erläutern. Das sei "eine Privatsache", sagte der SPD-Fraktionschef. Nach Informationen unserer Redaktion akzeptiert er die Entschuldigung nicht.

Die Sitzung des Schulausschusses am 17. Mai, in der es unter anderem um die 23 Schüler ging, die einen Platz an der Gesamtschule forderten, aber letztlich der Konrad-Duden-Realschule zugewiesen wurden; und dies, obwohl sie überwiegend eine Hauptschulempfehlung hatten. Eine endgültige Entscheidung, welche Schule die 23 Schüler aufnimmt, ist nach Informationen unserer Redaktion immer noch nicht gefällt. Die Bezirksregierung teilte zuletzt auf Anfrage mit, dass die abschließende Entscheidung nicht der Weseler Schulausschuss fälle. Hovest wiederum sagt, er gehe fest davon aus, dass die Schüler an die Realschule wechseln.

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Hovest nahm auf Anfrage auch Stellung zu den Hintergründen der Entscheidung des Linksbündnisses, die Schüler an die Realschule zu schicken. Die Entscheidung kam überraschend - im Vorfeld gab es auch in der SPD Stimmen, die glaubten, dass die Gesamtschule die Schüler aufnehmen werde. Hovest versuchte am Dienstag dem Eindruck entgegen zu treten, dass er einsam eine Entscheidung gefällt hatte. Die Gesamtschule sei schlicht zu voll - zur Realschule gebe es deshalb keine Alternative, so Hovest. Wer dies weiter in Frage stelle, betreibe "reine Stimmungsmache".

(RP)