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Schulen in Schermbeck: Kleine Forscher experimentieren

Schulen in Schermbeck : Kleine Forscher experimentieren

Gesamtschule und beide Grundschulen in Schermbeck fördern die naturwissenschaftliche Ausbildung ihrer Schüler.

Wenn die Jungen und Mädchen der beiden Schermbecker Grundschulen mit ihren Freunden künftig im Zoo die Eisbären beobachten, dann können sie ihnen erklären, dass der Eisbär unter seinem weißen Fell, das zur Tarnung auf dem Eis dient, eine schwarze Haut hat, damit er nicht friert. Und als Grund dafür können sie gleich hinzufügen, dass schwarze Dinge sich durch Sonnenstrahlen schneller erwärmen.

Das war nicht die einzige Entdeckung, die die Kinder aus den Klassen 3a und 3b der Maximilian-Kolbe-Schule und der Gemeinschaftsgrundschule jetzt machten, als sie eineinhalb Stunden lang in den naturwissenschaftlichen Fachräumen der Schermbecker Gesamtschule experimentieren durften.

Die Idee zur Zusammenarbeit in den naturwissenschaftlichen Fächern war vor drei Jahren im Anschluss an eine Sitzung des gemeindlichen Schulausschusses im Gespräch zwischen dem Gesamt­schulleiter Norbert Hohmann und den beiden Grundschulleiterinnen entstanden. Da die Gesamtschule über die wesentlich umfangreichere Sammlung zur Durchführung naturwissenschaftlicher Experimente verfügt als die beiden Grundschulen, folgten diese gerne der Einladung zur Gesamtschule.

Jetzt durften die Kinder beider Schulen an den zehn Experimenten teilnehmen, die unter Leitung der Gesamtschullehrerinnen Bianca Sadowski und Stephanie Herbstritt mit Neuntklässlern vorbereitet wurden. Jeweils zwei Grundschüler wurden von ein bis zwei Neuntklässlern von Station zu Station begleitet. Für jede der zehn Stationen, die sich in zwei benachbarten Klassenräumen befanden, gab es in einem umfangreichen Experimentierheft Beschreibungen und Anweisungen. In diesem Heft mussten auch die Beobachtungsergebnisse notiert werden.

Die Kinder waren mit Begeisterung bei der Sache, zumal bereits die Fragestellungen an den Stationen neugierig machten. Kann Papier Wasser stoppen? Was auf den ersten Blick als unwahrscheinlich galt, wurde experimentell bewiesen, wobei die Mädchen und Jungen feststellten, dass der Luftdruck von unten so stark gegen einen Pappstreifen drückte, dass das in einem auf dem Kopf stehenden Glas befindliche Wasser nicht nach unten austreten konnte.

Dass sich Zucker aus der Cola beim Verbrennen schwarz färbt, während der Süßstoff in der Cola light eine bräunliche Verfärbung zeigt, entdeckten die jungen Forscher ebenso wie die unterschiedliche Farbe von Rotkohlsaft, wenn man Säuren oder Laugen hinzufügt. Nebenan entdeckten die jungen Forscher, dass sich die Flamme eines Bunsenbrenners unterschiedlich färbt, wenn man verschiedene Metallsalze verbrennt. Deshalb werden solche Metallsalze auch beim Feuerwerk verwendet.

Mit den lebenden Stabheuschrecken mussten die Kinder besonders vorsichtig umgehen. Beim genauen Hinsehen und Abzählen konnten sie feststellen, dass diese Insekten sechs Beine haben. Die Kinder staunten mächtig, als sie mit Hilfe eines Mikroskops entdeckten, wie viele Kleinstlebewesen in einem einzigen Tropfen eines Heuaufgusses herumschwimmen.

Die Kinder lernten, wie man seinem eigenen Fingerabdruck sichtbar machen kann, wie die Chromatographie funktioniert und wie man sich mit Hilfe eines Nagels, eines Magneten und eines Korkens einen Kompass bauen kann, der die Himmelsrichtungen genau angibt. Zur Erinnerung an den spannenden Experimentier-Vormittag in der Gesamtschule gab es für jedes Kind ein „Forscherdiplom“.

Über das Kooperationsangebot der Gesamtschule im MINT-Bereich freuen sich die beiden Grundschulen sehr. „Im Fach Sachkunde lernen unsere Kinder zwar naturwissenschaftliche Sachverhalte kennen, aber uns fehlt die entsprechende Ausstattung für solch aufwendige Versuche“, begründete die MKS-Lehrerin Ina Winck das gerne angenommene Kooperationsangebot der Gesamtschule.

Die Gesamtschule übernimmt gerne die Kooperation, weil sich der Schule die Chance bietet, den Schermbecker Grundschülern die einzige weiterführende Schule vor Ort vorzustellen.