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Kreis Wesel: Schulden vieler Kommunen im Kreis sinken

Kreis Wesel : Schulden vieler Kommunen im Kreis sinken

Nach Angaben der Statistikstelle NRW haben innerhalb von zehn Jahren die meisten Kommunen im rechtsrheinischen Kreis Wesel ihre Verbindlichkeiten zum Teil deutlich reduziert. Wesel gehört dazu.

Die meisten Städte und Gemeinden im rechtsrheinischen Teil des Kreises Wesel haben ihre Schulden in den vergangenen Jahren zum Teil deutlich gesenkt. Dazu gehören Wesel, Hamminkeln, Schermbeck und Hünxe. Das meldet die amtliche Statistikstelle des Landes, die sich offiziell Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT NRW) nennt. Insgesamt beliefen sich die Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände im Land Ende vergangenen Jahres auf 61,7 Milliarden Euro (minus 2,3 Prozent). Darin enthalten sind neben den Schulden der Kernhaushalte unter anderem auch die Schulden der kommunalen Eigenbetriebe.

Rein rechnerisch stand zum Stichtag 31. Dezember 2017 jeder Einwohner des größten Bundeslandes mit 3447 Euro in der Kreide. Die durchschnittliche Pro-Kopf-Verschuldung war damit 27,3 Prozent höher als zehn Jahre zuvor (damals 2708).

Wesel Im Jahr 2007 lag der Schuldenstand in der Kreisstadt bei mehr als 138,3 Millionen Euro. Zehn Jahre später bei 131,3 Millionen Euro (minus 5,1 Prozent). Die Pro-Kopf-Verschuldung sank im gleichen Zeitraum von 2253 auf 2167 (minus 3,8 Prozent). Wesels Kämmerer Paul-Georg Fritz ist schon ein wenig stolz auf diese Entwicklung. "Zumal, wenn wir die 15 Millionen Kassenkredite abziehen, Ende 2017 in unserem Kernhaushalt Schulden von 111,5 Millionen hatten. Ende 2010 waren das noch 134,6 Millionen Euro." Es sei nun wichtig, in der Niedrigzinsphase weitere Kredite abzubauen. "Wenn man sich vor Augen führt, dass man für 100 Millionen bei zwei Prozent zwei Millionen Zinsen zahlt, darf man nicht warten, bis die Zinsen auf vier Prozent steigen. Das wären dann direkt vier Millionen Euro."

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Hamminkeln Vergleichsweise noch etwas besser sieht es in der Nachbarstadt Hamminkeln aus. Hier sank der Schuldenstand innerhalb von zehn Jahren von 39,0 Millionen Euro auf 34,8 Millionen Euro (minus 10,8 Prozent). Und auch die Pro-Kopf-Verschuldung hat um 8,1 Prozent auf 1302 Euro abgenommen (2007: 1416). Stadt-Kämmerer Robert Graaf führt das auf die "gute Arbeit im Rathaus und die Politik zurück, die mitgezogen hat". 2015 sei man sogar bei "nur" 30 Millionen Euro gewesen. Doch dann habe man mehrere Millionen Euro in den Bau von Flüchtlingsunterkünften gesteckt, so dass die Schulden 2016 auf 35,8 Millionen gestiegen seien. "Seitdem sinken unsere Schulden jährlich um eine Million Euro. Und wir wollen auch weiter an der Schuldentilgung festhalten", sagt Kämmerer Graaf.

Hünxe Vergleichsweise gut da steht auch Hünxe. Denn hier sind die Schulden von 2007 bis 2017 um 12,2 Prozent auf 14.592 Euro gesunken. Die Pro-Kopf-Verschuldung sank innerhalb der zehn Jahre von 1214 auf 1077 Euro (minus 11,3 Prozent).

Schermbeck Beeindruckend auch die Bilanz der Gemeinde Schermbeck, der es im Rahmen der Haushaltssicherung durch den Verzicht auf Kreditaufnahmen für Investitionen gelungen ist, den Schuldenstand um 35,1 Prozent zu reduzieren: von knapp 17,5 Millionen Euro 2007 auf 11,3 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Ende 2017 hatte jeder Schermbecker 825 Euro Schulden (2007: 1276; minus 35,3 Prozent). Schermbecks Kämmerer Frank Hindricksen ist guter Hoffnung, "vielleicht in drei Jahren aus der Haushaltssicherung zu sein". Im Gespräch mit unserer Redaktion betonte er, dass die positiven Zahlen "das Ergebnis einer sparsamen Haushaltsführung ist". Ein wenig stolz sei man auch darauf, dass man die laufenden Personal- und Bewirtschaftungskosten stets ohne Aufnahme von Kassenkrediten zahlen konnte.

Ausreißer im rechtsrheinischen Bereich des Kreises ist Dinslaken, wo sich der Schuldenstand innerhalb von zehn Jahren von 57,7 Millionen Euro um 17,7 Prozent auf 67,9 Millionen Euro erhöht hat. Wer allerdings die Statistik genau anschaut, sieht auch, dass es Dinslaken geschafft hat, von 2016 bis 2017 seine Verbindlichkeiten um mehr als 19 Prozent zu reduzieren.

Spitzenreiter im negativen Sinne ist im Kreis Wesel die Stadt Moers, deren Schulden um sage und schreibe 80,9 Prozent gestiegen sind: von 345,1 Millionen im Jahr 2007 auf 624,1 Millionen Euro im abgelaufenen Jahr. Jeder Moerser steht rechnerisch mit 5532 in den Miesen (2007: 3224; plus 86,1 Prozent).

(RP)