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Schützenfeste in Hamminkeln sollen abgesagt werden

Krisensitzung in Hamminkeln : Schützenfeste sollen abgesagt werden

Hamminkelns 15 Schützenvereine wollen kein Risiko eingehen. Nun treibt sie um, wie sie das Vereinsleben lebendig halten können. „Wir hoffen, dass wir 2021 unsere Festivitäten normal veranstalten können“, sagt etwa Marian Heitkamp, Präsident der Brüner Jungschützen.

Am Donnerstagabend hat sich Bürgermeister Bernd Romanski mit den Vertretern der Hamminkelner Schützenvereine getroffen. Die Meinung und das Bedauern waren einhellig: Wegen der Corona-Gefahren will kein Vereinsvorstand ein Risiko eingehen, das Vermeiden von Ansteckungsgefahr und Kontaktmöglichkeiten steht an erster Stille. Allerdings wurde kein Beschluss gefasst, die Vereine und die Verwaltung warten auf die angekündigte Regelung von Kommunalministerin Ina Scharrenbach zu Großveranstaltungen. Diese würde eine eigene Entscheidung der Schützen unnötig machen. Beim Treffen waren zwölf Vertreter der 15 Hamminkelner Schützenvereine – die Hamminkeln orientierten aus Bergerfurth und Blumenkamp nicht mitgerechnet – anwesend.

Romanski hatte zuvor die gemeinsame Linie angestrebt, dass in der Stadt der sieben Dörfer in diesem Jahr kein einziges Schützenfest gefeiert wird. Der Grund: Man könne niemandem erklären, warum der eine Verein sein Fest bis zur geltenden Corona-Frist 31. August absagt und der nächste am ersten Septemberwochenende feiert. So wäre allein Ringenberg in den Genuss eines Schützenfestes gekommen. Das gilt auch für das Oktoberfest in Dingden, das die Jungschützen alle Jahre wieder steigen lassen. Fragen zu separaten Königs- und Preisschießen kamen auch auf, ihre Durchführung gilt aber als nicht passend.

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Der Verwaltungschef hatte kurz vor dem Treffen an einer eine gute Stunde dauernden Telefonkonferenz aller Bürgermeister des Regierungsbezirks Düsseldorf teilgenommen und die Nachricht mitgebracht, dass eine Rechtsverordnung zu den Schützenfest-Aussetzungen in Kürze folgt.

Die gemeinsame Haltung der Schützenvereine ist das eine, der städtische Standpunkt und die Folgen das andere. In der Schublade hat die Stadt je nach Regelung des Landes eine – bekannte und dann zurückgezogene – Allgemeinverfügung, mit der sie schärfere Richtlinien, auch was die Größe betrifft, ausspricht. Romanski argumentiert damit, dass selbst bei kleineren Veranstaltungen je nach ihrer Art Abstandsregeln kaum einzuhalten oder Namenslisten zur eventuellen Verfolgung von Infektionsketten schwierig zu führen seien. Dies sei „alles nicht zu verantworten“, für ihn gehe das Krisenmanagement vor.

„Bei aller Wertschätzung für den hohen Wert des Brauchtums ist es richtig und wichtig, dass Vereine und Stadt Verantwortung zeigen“, sagt der Bürgermeister. Die Vereine selbst treibt eine weitere Frage um: Wie das Vereinsleben lebendig halten und wie geht es 2021 weiter? „Wir hoffen, dass wir 2021 unsere Festivitäten normal veranstalten können“, sagt Marian Heitkamp, Präsident der 370 Mitglieder starken Brüner Jungschützen. Im Moment herrsche Verunsicherung. „Ein Vereinsleben gibt es im Moment nicht, wir Schützen leben davon, dass wir uns treffen und Feste feiern“, sagt er. Kontaktbeschränkungen und Schützengemeinsamkeit – das passt eben nicht zusammen.

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